Hacker-Angriff legte Twitter zeitweise lahm

Das Gezwitscher ist abrupt verstummt: Hacker haben die Website des Kurznachrichtendienstes Twitter mehrere Stunden lang völlig lahmgelegt. Millionen Nutzer konnten den ganzen Donnerstagvormittag amerikanischer Zeit keine neuen Nachrichten posten.

Die Plattform sei einem sogenannten Denial-of-Service-Angriff (DOS) ausgesetzt gewesen, teilte Twitter mit. Bei DOS-Attacken werden Internetseiten so mit Anfragen überflutet, dass die Serverkapazität erschöpft ist und die Seiten praktisch nicht mehr erreichbar sind.

Das Problem begann um 15.00 MESZ und wurde nach Firmenangaben nach einigen Stunden behoben. Auch das soziale Netzwerk Facebook wurde angegriffen, fiel jedoch nicht völlig aus, sondern wurde Unternehmensangaben zufolge von der Masse der Anfragen nur verlangsamt.

Der Hacker-Angriff könnte mit dem anhaltenden politischen Konflikt zwischen Russland und Georgien um die von Tiflis abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien in Verbindung stehen. Die Cyber-Attacke begann mit einer Masse an Spam E-Mails, in denen sich Links auf Veröffentlichungen eines Pro-Abchasien-Aktivisten bei Twitter und Facebook befanden, wie Internet-Experte Bill Woodcock erklärte. Als die Empfänger in großer Zahl auf die Links geklickt hätten, seien einige Server überfordert gewesen, sagte Woodcock, der wissenschaftlicher Direktor bei Packet Clearing House in San Francisco ist, einer Nichtregierungsorganisation, die den Internet-Verkehr analysiert.

Laut Woodcock ist jedoch unklar, ob der Angriff von Gegnern oder Befürwortern der von Russland anerkannten Unabhängigkeit der beiden Regionen ausgeführt wurde. Entweder sollten Seiten lahmgelegt werden, mit denen die Hintermänner des Angriffs nicht einverstanden waren, oder sie wollten Aufmerksamkeit auf von ihnen unterstütze Seiten lenken und waren dabei etwas zu erfolgreich, wie Woodcock erklärt. “Beide Seiten hätten theoretisch davon profitieren können.”

Für Twitter ist es auf jeden Fall eine eher peinliche Angelegenheit: Die Tatsache, dass ein gewöhnlicher DOS-Angriff den ganzen Dienst lahmlegen kann, deutet darauf hin, dass die Hardware zuletzt nicht mehr mit dem zuletzt rasanten Wachstum des Dienstes Schritt halten konnte. “Ganz klar, Twitter braucht eine stärkere Infrastruktur, um solche Angriffe abzuwehren”, sagte Graham Cluley von Sophos, einem Unternehmen für IT-Sicherheit.

Twitter war zuletzt stark expandiert. Im Juni hatte die Plattform allein in den USA 20,1 Millionen Nutzer, im Vorjahr waren es nur 593.000 gewesen – das entspricht in etwa einem Wachstum mit Faktor 34.

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