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"Habe Angst vor dem Fliegen"

Tore und Tattoos - der deutsche Handballstar Stefan Kretzschmar erzählt im "VN"-Interview über seinen Sport, die Niederlage in Bregenz, die Bedeutung der Familie und die Angst vor dem Fliegen.

VN: Mit dem SC Magdeburg in Bregenz 31:32 verloren und den Gruppensieg verpasst. Wie nimmt man das auf?
Kretzschmar: “Ich war eigentlich nur leer und habe mich über unsere Leistung geärgert. Doch als die vielen Kinder vor mir standen und Autogramme wollten, war der Gram vergessen. In diesem Moment war mir wichtig, dass ich möglichst viele Fans mit einem Autogramm glücklich mache. Sie konnten ja nichts dafür, dass wir verloren haben und außerdem kann ich den Anblick von traurigen Kindern überhaupt nicht ertragen.”

VN: Warum hast du eigentlich nie bei einem Verein im Ausland gespielt?
Kretzschmar:
“Weil mir dann die Nähe zur Familie fehlen würde. Natürlich wäre es ein schönen Gefühl gewesen, meinen Namen auf dem Trikot des FC Barcelona zu sehen. Doch mit Magdeburg spiele ich in der besten Handballliga der Welt und bin zusätzlich immer mit meiner Familie, meinen Freunden und netten Leuten, direkt verbunden.”

VN: Wie lange gibt es dich noch als Handballer zu sehen?
Kretzschmar: “Vor zwei Jahren habe ich noch eine Saison gesagt. Derzeit bin ich fit, fühle ich mich wohl und will so lange spielen, wie es mir Freunde macht. Mein Wunsch ist es, mich mit einem großen Meistertitel zu verabschieden. Ich kann mir aber auch vorstellen, in meiner Heimat Berlin meine Karriere ausklingen zu lassen.”

VN: Gibt es schon Pläne für die Zeit nach dem Handball?
Kretzschmar: “Ich kann mir ein Leben ohne Handball eigentlich nicht wirklich vorstellen. Es wäre unrealistisch, wenn sich ein Sportler mit 32 Jahren keine Überlegungen über die Zeit nach seiner Karriere machen würde. Vielleicht werde ich Manager oder versuche, im Marketingbereich Fuß zu fassen. Noch bin ich für alle Seiten offen.”

VN: Freundin Claudia kommt aus dem Bregenzerwald. Wie oft bist du auf Besuch im Ländle?
Kretzschmar: “Wegen meiner sportlichen Verpflichtungen kann ich momentan nur unregelmäßig hier sein. Aber Claudia besucht mich so oft es geht in Magdeburg.”

VN: Der Tattoos wegen wirkst du äußerlich unnahbar. Steckt in der harten Schale auch ein weicher Kern?
Kretzschmar: “Jedes meiner 16 Tattoos hat eine tiefersinnige Bedeutung an Ereignisse in meinem Leben. Ich habe z. B. Angst vor allem, was mit Höhe (Fliegen, Karussell) zu tun hat. Die Sehnsucht nach Wärme in einer intakten Familie bzw. die Gesundheit sind für mich Dinge, die in einer Prioritätenliste immer an oberster Stelle stehen werden.”

VN: Über was hast du dich zuletzt am meisten geärgert bzw. gelacht?
Kretzschmar:
“Geärgert habe ich mich über die chauvinistische Darstellung in einer Zeitung über die Beziehung zu meiner Lebensgefährtin Claudia. Ich bin jederzeit bereit, über sportliche Dinge Rede und Antwort zu stehen. Daneben erwarte ich mir aber, dass unsere Privatsphäre respektiert wird. Geschmunzelt habe ich beim Video des Bregenz-Spiels über die Aussage: ‘Magdeburg hat Kretzschmar, doch wir haben Wilczynski.’ Conny hat wirklich super gespielt, doch dieser Vergleich hilft ihm nicht wirklich weiter und entspricht in dieser Form auch nicht der Realität.”

Zur Person: Stefan Kretzschmar

Der 32-Jährige spielt seit 1996 beim SC Magdeburg und begann mit sechs Jahren mit dem Handballsport. Sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft feierte er am 8. Oktober 1993 (821 Treffer bis 2004). Mit dem SCM Gewinner der Champions League 2002 bzw. des EHF-Cups 1999 und 2001; bei drei Olympischen Spielen in Atlanta, Sydney und Athen (Silbermedaille) dabei.
Geboren: 17. Februar 1973 in Leipzig
Größe/Gewicht: 1,90 m, 95 kg
Ausbildung: Nach dem Abitur Sportstudium, das nach zwei Wochen für die Profi-Karriere abgebrochen wurde
Laufbahn: 1991/92 Blau-Weiß Spandau, 1993 bis 1996 VfL Gummersbach; ab 1996 SC Magdeburg
Familienstand: geschieden, eine Tochter (Lucie-Marie, 5 Jahre); seit März 2005 mit Freundin Claudia zusammen
Familie: Vater Peter (66-facher DDR-Nationalteamspieler), Mutter Waltraud (217-fache Nationalteamspielerin, 1971, 1975 und 1978 Weltmeisterin mit der DDR-Auswahl); Schwester Katharina (27 Jahre) und Bruder Felix (21 Jahre)

 
   

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