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Gute Entlastungswirkung durch Korridorvignette

©VLK/G. Wirth
Bregenz - Die Korridorvignette für den Großraum Bregenz wird zwar rege in Anspruch genommen, aber nur jedes dritte verkaufte Ticket führt auch zur gewünschten Entlastung.
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Das geht aus der Begleitstudie zur Korridorvignette hervor, die am Dienstag von Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser (V) und Asfinag Maut Service GmbH-Geschäftsführer Josef Fiala am Dienstag präsentiert wurde. Rüdisser zeigte sich mit der Wirkung der Korridorvignette dennoch sehr zufrieden und strebt möglicherweise eine Fortführung des bis 2013 angesetzten Projekts an. Der Asfinag entstehen durch die Sonderlösung Verluste von rund 500.000 Euro pro Jahr.

Seit 1. September 2008 bis 30. Apri 2010 wurden für den 23 Kilometer langen Autobahn-Korridor auf der Rheintal-Autobahn A14 von Hohenems bis zur deutschen Staatsgrenze insgesamt rund 1,3 Millionen Korridorvignetten (Einfachfahrten sowie Hin- und Rückfahrten) verkauft, von März 2009 bis Februar 2010 rund 900.000. Ursprünglich hatte die Asfinag mit 300.000 bis 500.000 verkauften Korridorvignetten pro Jahr gerechnet.

Nach Angaben von Verkehrsplaner Helmut Köll betrafen 39,4 Prozent der zwischen März 2009 und Februar 2010 durchgeführten Fahrten mit Korridorvignette Pkw-Lenker, die früher keine Vignette kauften. Die anderen Autofahrer stiegen mehrheitlich von der teureren Zehn-Tages-Vignette um und nützten so den günstigeren Preis. In punkto Verkehrswirksamkeit bedeutete dies, dass es in 35,6 Prozent der Fälle zur gewünschten Verkehrsverlagerung auf die Autobahn kam.

Rüdisser zeigte sich mit dem Effekt der Vignette (“höher als erwartet”) dennoch sehr zufrieden. Über das Jahr gerechnet würden pro Tag im Schnitt 3.714 Fahrten mit der Korridorvignette absolviert, bei der Ortsdurchfahrt Bregenz führe dies zu einer erheblichen Entlastung (-964 Kfz/24 Stunden) an Werktagen. Noch stärker sei die Wirkung am Wochenende (-1.472). Die Mehrbelastung – am stärksten ist sie am Grenzübergang Hohenems-Diepoldsau (+305/Werktag bzw. +606/Wochenende) – bleibe in einem vertretbaren Ausmaß. “Es handelt sich um ein erfolgreiches Modell”, betonte der Landesrat. Man werde die Entwicklung weiter beobachten und werde gegebenenfalls das Gespräch mit den Bundes-Verantwortlichen suchen, um die Sonderlösung möglicherweise auch nach 2013 fortführen zu können.

Köll räumte ein, dass die erzielte Verkehrsentlastung nicht ausreiche, damit sie für die Anrainer hörbar sei. Wenn der Stau dann jedoch um einen Kilometer kürzer sei als vorher, könne man das sehr gut wahrnehmen. Nicht bewerten wollte Fiala das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Korridorvignette. Bei 2,5 Mio. Euro an Projektkosten bezifferte Asfinag-Geschäftsführer Fiala den zusätzlichen Aufwand auf etwa 150.000 Euro pro Jahr sowie die jährlichen Einnahmenverluste auf 300.000 bis 400.000 Euro. Die Asfinag vollziehe das Bundesstraßenmautgesetz, ließ sich auch Fiala nicht auf einen Kommentar zu den Kosten ein.

Die Korridorvignette gilt zwischen den Grenzorten Hörbranz (Bezirk Bregenz) und Hohenems (Bezirk Dornbirn). Sie kostet für Motorräder und Pkw 2 Euro je Fahrtrichtung und hat eine Gültigkeitsdauer von 24 Stunden. Sie wird an Automaten sowie bei Vertriebsstellen im Bereich des Korridors verkauft. Das Projekt der Korridorvignette ist zeitlich befristet bis zur Inbetriebnahme der zweiten Röhre des Pfändertunnels im Jahr 2013.

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