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Grüne Sensation in Innsbruck: Willi gewinnt Bürgermeisterstichwahl

Der Kandidat der Grünen Georg Willi auf dem Weg zur Stimmabgabe.
Der Kandidat der Grünen Georg Willi auf dem Weg zur Stimmabgabe. ©APA/EXPA/JOHANN GRODER
Der Kandidat der Grünen, Georg Willi, hat am Sonntag die Stichwahl um den Innsbrucker Bürgermeistersessel für sich entschieden.

Willi erreichte 52,91 Prozent der Stimmen und bugsierte damit die amtierende Stadtchefin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck), die auf 47,09 Prozent kam, aus dem Amt. Damit ist der 59-Jährige, der heute, Sonntag, seinen Geburtstag feiert, der erste grüne Stadtchef einer Landeshauptstadt. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,74 Prozent.

Ergebnis der Stichwahl, Stimmenanteile in Prozent.
Ergebnis der Stichwahl, Stimmenanteile in Prozent. ©Ergebnis der Stichwahl, Stimmenanteile in Prozent – APA

Oppitz-Plörer “nicht enttäuscht”

Die unterlegene Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) hat sich trotz des Verlustes ihres Amtes “nicht enttäuscht” gezeigt. Denn sie sei gleich lang Stadtchefin gewesen wie ihre Vorgängerin Hilde Zach – nämlich acht Jahre. Eine mögliche politische Zukunft als Vizebürgermeisterin ließ sie offen.

“Das sind Dinge, die am Verhandlungstisch zu klären sind”, so Oppitz-Plörer vor Journalisten. Der Ball liege nun bei Georg Willi, dem sie wünsche, bald eine stabile Regierung bilden zu können.

Dem grünen Wahlsieger sei es gelungen, von außen Kritik an der Stadtregierung zu üben, der seine Partei selber angehört habe. Es habe in der Bevölkerung Unmut über verschiedenste Großprojekte gegeben: “Und die Kritik bekommt die Chefin ab”.

Kurz gratulierte Willi

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat auf das Ergebnis der Stichwahl um den Innsbrucker Bürgermeistersessel reagiert. “Ich gratuliere Georg Willi herzlich zur Wahl zum Bürgermeister von Innsbruck und wünsche viel Freude & Erfolg bei der Arbeit”, schrieb Kurz auf Twitter.

An die unterlegene Amtsinhaberin richtete der Kanzler aufmunternde Worte: “Vielen Dank an Christine Oppitz-Plörer, die in den letzten Jahren mit viel Herzblut und Leidenschaft für Innsbruck im Einsatz war”.

Willi leitet Grünen-Wiedergeburt ein

Der Sieg kommt für die zuletzt nicht gerade von Erfolg verwöhnte Ökopartei wohl zur rechten Zeit. Hatten die Grünen doch tags zuvor in Linz ihren Neubeginn-Kongress abgehalten. Da kommt so ein Erfolg wie heute durchaus zupass, zumal die Ökopartei vor zwei Wochen bei der Gemeinderatswahl ebenfalls als klarer Sieger hervorging. Bei der Nationalratswahl im vergangenen Oktober hatten die Grünen in Innsbruck noch zwei Drittel ihrer Wähler verloren.

Daher schätzte Bundessprecher Werner Kogler den Sieg auch als persönlichen ein – und zwar: ein “herausragender Erfolg einer herausragenden Person”. “Willi hat den Beweis erbracht, wie es gehen kann”, sagte Kogler der APA. Und dieser sollte “wegweisend” für die Grünen sein. “Wo ein Willi, da ein Weg”, so Kogler.

Umso schmerzhafter ist der Verlust für die amtierende Bürgermeisterin Oppitz-Plörer und ihre Fraktion Für Innsbruck. Hatte sie 2012 in der Stichwahl gegen ÖVP-Herausforderer Christoph Platzgummer noch reüssiert, nahm ihre achtjährige Amtszeit am Sonntag ein jähes Ende. Opptiz spielte am Wahlabend den Ball zu Willi und ließ offen, ob sie das Angebot, Vizebürgermeisterin zu werden, annimmt: “Das sind Dinge, die am Verhandlungstisch zu klären sind”.

Der Wahlsieger zeigte sich naturgemäß überglücklich. Willi will “relativ bald eine stabile Regierung bilden”. Diesbezüglich verwies er auf die konstituierende Sitzung des Gemeinderats am 24. Mai. Einmal mehr schloss er eine Koalition mit den Freiheitlichen aus. Der 59-Jährige sah die Bürgermeisterdirektwahl “eher als Persönlichkeitswahl”. Die Wahl sei jedoch ein klares Zeichen, dass “es mit den Grünen wieder aufwärtsgeht”.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) gratulierte Willi. Er gehe davon aus, dass er als neuer Bürgermeister “die Stadt mit Bedacht und Augenmaß weiterentwickeln” werde. Er hoffe, dass die Landeshauptstadt auch in Zukunft bei der Umsetzung vieler Projekte “ein verlässlicher Partner” sei.

Ausbaufähig war abermals die Wahlbeteiligung: Lediglich 43,74 der Wahlberechtigten schritten zu den Urnen. Bei der Stichwahl im Jahr 2012 lag sie bereits auf dem niedrigen Wert von 44,5 Prozent.

(APA)

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