Er wollte mit der Aktion die Heimreise nach Syrien erzwingen. Laut Polizeiangaben handelte es sich bei dem Mann um einen Asylberechtigten. Er war um 9.43 Uhr auf den Glascontainer an der Ringstraße gestiegen, der als Infopoint für die laufende Parlamentssanierung eingerichtet wurde. Er wolle nach Syrien zurück, lautete seine Forderung. Laut Angaben der Botschaft habe der Mann bisher aber keinen entsprechenden Antrag gestellt, sagte Polizeisprecher Daniel Fürst. Das Innenministerium betonte auf Anfrage der APA, dass ein Asylberechtigter kein Heimreisezertifikat benötigt. “Aber ein gültiges Reisedokument, dafür ist die jeweilige Botschaft zuständig”, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Alexander Marakovits.
Es folgte ein Großeinsatz von Polizei, Rettung und Feuerwehr. Ein Verhandlungsteam der Exekutive nahm Gespräche mit dem Syrer auf, auch ein Dolmetscher wurde eingesetzt. Von Beginn an zeigte sich der 26-Jährige gesprächsbereit. Der unmittelbare Bereich vor dem Parlament wurde für Passanten gesperrt. Die Ringstraße war bereits ab der Operngasse nach der Staatsoper für den Verkehr blockiert und bis nach dem Parlament nicht befahrbar. Davon betroffen waren auch mehrere Straßenbahnlinien, die kurzgeführt bzw. teilweise umgeleitet. Die Sanierungsarbeiten am Parlament liefen unterdessen ungestört weiter, auch die Baukräne waren während der Verhandlungen in Betrieb.
Freunde überreden Mann zur Aufgabe
Auch Freunde des Syrers wurden hinzugezogen. Zwei junge Frauen und ein Mann konnten ihn schließlich zur Aufgabe überreden. Um 13.20 Uhr kletterte er schließlich vom Containerdach und wurde von seinen Freunden in die Arme genommen. Die Polizei führte ihn zur weiteren Amtshandlung ab, er soll anschließend nach dem Unterbringungsgesetz in ein Spital gebracht werden, sagte Fürst.
Unmittelbar danach zogen sich die Einsatzkräfte zurück. Gegen 13.30 Uhr wurde die Ringstraße wieder für den Verkehr freigegeben.
Informationen mit Hilfsangeboten für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter finden sich auch Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
(APA)
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