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Großes Potenzial im Ländle-Sport

Martin Kessler, ehemaliger Nationaltrainer des Ruderver-bandes, sprach im "VN"-Interview über seine Pläne als Sportreferent des Landes Vorarlberg. Der Referatsleiter beim Land Vorarlberg ortet noch ein großes Potenzial im Sport.

VN: Zehn Tage in Amt und Würden – wie fällt Ihr erstes Resümee aus?
Kessler: “Absolut positiv. Das Team im Referat Sport hat mich toll aufgenommen und steht mir mit Rat und Tat hilfreich zur Seite. Neben vielen Dingen, die mir nicht fremd sind, gibt es aber auch etliche Dinge, die absolutes Neuland für mich sind. Zum Beispiel habe ich in der Vollziehung des Skischul- und Bergführergesetzes bzw. den Begutachtungen der Sportstätten fast keine Erfahrung und bin hier noch auf die Unterstützung meines Vorgängers angewiesen.”

VN: Haben Sie sich Prioritäten in ihrer Tätigkeit gesetzt?
Kessler: “Generell haben alle Anliegen, die an mich herangetragen werden, den gleich hohen Stellenwert. Beim Hearing vor meiner definitiven Einstellung habe ich bereits zahlreiche Ideen und Visionen genannt. Nun gilt es Wünsche, unter Berücksichtigung der Möglichkeiten, in die Tat umzusetzen.”

VN: Wie lauten diese Wünsche und Visionen konkret?
Kessler: “Ich möchte aus taktischen Gründen hier keine detaillierten Fakten preisgeben. Vor Gericht würde man sagen, dass es sich um ein schwebendes Verfahren handelt und die dabei involvierten Parteien besitzen noch nicht den gleichen Wissensstand.”

VN: Sie waren knapp ein Jahr Koordinator im Olympiastützpunkt in Linz. Wird es etwas Ähnliches demnächst in Vorarlberg geben?
Kessler: “Mit der Bündelung der Kräfte im bis Ende 2006 fertig gestellten Landessportzentrum in Dornbirn wurde ein erster Schritt in diese Richtung gesetzt. Mit der Realisierung dieses Projekts werden Synergien frei, wie sie bislang in Vorarlberg nicht vorhanden waren. Dabei gilt es, die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen und die finanziellen Aufwendungen für eine Optimierung aufzubringen.”

VN: Können Sie dafür ein konkretes Beispiel nennen?
Kessler: “Es hätte kaum Sinn, die sportmedizinischen Untersuchungen aus dem LHK Feldkirch abzuzweigen und nach Dornbirn zu verlegen. Die Diagnose soll weiter in Feldkirch erfolgen. Danach soll aber die tägliche Trainingssteuerung und fachliche Betreuung in Dornbirn erfolgen, um den größtmöglichen Nutzen im Sinne der Athlet(inn)en zu erzielen.”

VN: Sie waren in den letzten 15 Jahren praktisch Tag und Nacht mit dem Rudersport konfrontiert. Wie sieht dies heute aus?
Kessler: “Ich möchte keinen einzelnen Tag missen und bin froh, all die Erfahrungen, egal ob sie positiv oder negativ waren, gemacht zu haben. Mit der Zeit wird man aber durch das Leben aus dem Koffer bzw. Hotelzimmer müde. Der Jobwechsel vom Praktiker zum Theoretiker beinhaltet aber auch jene Reizpunkte, die aus meiner Sicht im Berufsleben wichtig sind, um kreativ zu bleiben.”

VN: Werden Sie am Wochenende bei den Ruder-Staatsmeisterschaften in Ottensheim vor Ort sein?
Kessler: “Eigentlich war dies nicht geplant. Doch Verbandspräsident Helmar Hasenöhrl hat mich gebeten, doch nach Ottensheim zu kommen. Er will mich noch im Beisein des gesamten ÖRV-Präsidiums und der betreuten Athleten offiziell verabschieden.”

VN: Gibt es Überlegungen, einmal ins Rudergeschäft zurückzukehren?
Kessler: “Man soll im Leben zu etwas niemals nie sagen, doch zum jetzigen Stand der Dinge bleibt mir gar keine Zeit, an so etwas zu denken. Meine neue Tätigkeit hat so viel Potenzial und erfordert mein uneingeschränktes Engagement, um die gesetzten Vorhaben zu verwirklichen.”

Zur Person: Martin Kessler
Der 43-Jährige war seit seinem achten Lebensjahr mit dem Rudersport verbunden. Nach 21 Jahren aktiver Karriere wechselte er 1990 ins Trainergeschäft.
Geboren: 9. November 1961
Wohnort: Lochau
Familienstand: ledig
Ausbildung: Vor dem Abschluss des Studiums der Sportwissenschaften an der Universität in Wien; staatlich geprüfter Rudertrainer.
Sportliche Laufbahn: neben zahlreichen Staatsmeistertiteln nahm Kessler 1989, 1990 und 1991 als Aktiver an Weltmeisterschaften teil; bestes Ergebnis war Rang acht in Wien 1991 im Leichtgewicht-Doppelvierer.
Trainerlaufbahn: Von 1990 bis 1995 Klubtrainer des RV Wiking Bregenz bzw. RC Lochau; 1995/96 Regionaltrainer im Ruder-Leistungszentrum West; von 1997 bis September 2005 Nationaltrainer des österreichischen Ruderverbands; ab 2004 auch Koordinator im oberösterreichischen Olympiastützpunkt in Linz. 1991 wurde Kessler von der Bundessportorganisation zum “Trainer des Jahres” ausgezeichnet.

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