Große Verunsicherung durch neue Corona-Verordnung im Amateur-Sport

Aufgrund der neuen Verordnung der Bundesregierung geht der gesamte Amateursport ungewissen Zeiten entgegen.

Vor wenigen Tagen ist die novellierte Fassung der Corona-Verordnung in Kraft getreten. Dabei sorgt vor allem ein Punkt bei Funktionären, Verbänden und Sportlern für Kopfzerbrechen: Aktuell sind nur noch Sportevents - sowohl "indoor" als auch "outdoor" - mit maximal 25 Personen (inkl. Ersatzspieler:innen etc.) gestattet.

Der Profibetrieb und Spitzensport sind davon zwar ausgenommen, allerdings trifft die neue Regelung den Amateursport damit besonders hart. Aber es hat auch Auswirkungen auf Vorbereitungsspiele. So musste auch schon die Wiener Austria zwei geplante Testspiele gegen Regionalligisten absagen.

Vorbereitung begonnen

Im Vorarlberger Fußball Unterhaus sind zum Beispiel schon Teams wie der VfB Hohenems in die Vorbereitung gestartet. Wenn alles nach Plan läuft, werden in der VN.at Eliteliga Vorarlberg und der Vorarlbergliga am 19. März 2022 die ersten Spiele über die Bühne gehen. Für die Landesliga und die fünf Landesklassen startet die Rückrunde am 2. April 2022

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Horst Lumper: "Derzeit sind keine Vorbereitungsspiele möglich"

„Hoffentlich dauert diese neue Verordnung nicht allzu lange", sagt VFV-Präsident Horst Lumper im Gespräch mit VOL.AT. "Wir akzeptieren natürlich diese Bestimmungen und hoffen bald, dass die rund 70 Ländleklubs Testspiele absolvieren können. Derzeit sind unter diesen Voraussetzungen keine Vorbereitungsspiele möglich“, sagt VFV Langzeitpräsident Horst Lumper. Training im Nachwuchs und Kampfmannschaft-Bereich sind durchführbar. Bereits in den nächsten Tagen wollen viele Fußballvereine im Land schon erste Formüberprüfungen durchführen, doch die Aktiven sind zum Zuschauen verdonnert.

VFV-Präsident Horst Lumper

Spiel und Trainingsbetrieb sind betroffen

Von diesen Maßnahmen sind aber auch der Spiel- und Trainingsbetrieb in unteren Ligen betroffen - von Basketball über Eishockey, Handball, Faustball, Fußball bis zu Volleyball - wird davon u.a. ebenso beeinträchtigt wie Vorbereitungsspiele von Fußball-Bundesligisten gegen unterklassige Vereine. "Nachdem derzeit – im Unterschied zu vorherigen Verordnungen – nicht auf die typische Mannschaftsgröße abgestellt wird, sind derzeit auch die Ersatzspieler in die Höchstzahl einzurechnen", beantwortet das österreichische Gesundheitsministerium einen Hinweis von Sport Austria.

Kritik von Sport Austria-Präsident Hans Niessl

Hans Niessl, Präsident Sport Austria ©APA

Sport Austria-Präsident Hans Niessl sagt: "Österreichs Sport bekennt sich zur Pandemiebekämpfung und hat sich immer an die Regeln gehalten. Es ist gut und richtig, dass der Sport generell offen bleibt, besonders zu begrüßen ist, dass die nun geltende Maskenpflicht im Freien bei der Sportausübung entfällt, aber der Punkt der Gruppengröße erschwert den Sportbetrieb über Gebühr! In bestimmten Fällen führt das bis zu dessen Einstellung! Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein."

Niessl hofft auf ein Umdenken

Bei "Sport Austria" ist man davon überzeugt, dass der organisierte Sport neben der 2G-Regel und einem entsprechenden Contact-Tracing auch über ausreichend funktionierende Präventionskonzepte verfüge. So seien im Schnitt der vergangenen Monate auch nur rund 0,1 Prozent der Corona-Fälle auf den Sport zurückzuführen. Aus diesem Grund hofft Präsident Niessl noch, dass es im zuständigen Gesundheitsministerium noch zu einem Umdenken kommt. "Es muss wieder die für eine Sportart typische Teilnehmer:innen-Zahl zugelassen werden!"

Lob für Quarantäne-Empfehlung

Lob gibt es hingegen für die Quarantäne-Empfehlung des Gesundheitsministers. Diese erleichtere den Sportbetrieb. Dreifach-Geimpfte gelten nicht mehr als Kontaktpersonen, weshalb diese dann auch nicht mehr in Quarantäne müssen. Zudem kann man sich nach dem fünften Tag freitesten. "Hier hatte man die gesamtgesellschaftliche Situation im Blick und eine praxisbezogene Empfehlung ausgesprochen, die 25er-Regel für den Sport ist hingegen nicht zu Ende gedacht", hält Präsident Hans Niessl fest.

"Maskenpflicht" für den Schulsport

Beim Thema "Maskenpflicht" ortet Sport Austria hingegen ein Paradoxon zwischen der den Sport betreffenden Verordnung und der Anordnung aus dem Bildungsministerium für den Schulsport. Im Gegensatz zum Breiten- und Spitzensport gibt es Kinder und Jugendliche im Sportunterricht eine Maskenpflicht, obwohl diese dreimal pro zum Corona-Test müssen. "Es ist zu begrüßen, dass man im Bildungsbereich erkannt hat, dass Sport für die Entwicklung der Schüler:innen wichtig ist und ihn trotz Omikron weiterhin ermöglicht, aber ich hoffe, dass die Maskenpflicht bei der Sportausübung nochmals überdacht wird. Das ist eine große körperliche Belastung für unsere Kinder", so Sport Austria Präsident Hans Niessl. (VOL.AT)

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