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Gründe für Obamas Sieg

Für den Politikberater Thomas Hofer lässt sich Obamas Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl nicht nur mit dessen Charisma und dem um ihn aufgebauten Popstarkult erklären.

in fünf Punkten analysierte der Experte die Gründe für “diesen historischen Tag und dieses historische Wahlergebnis” am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Wien.

DER STRATEGE: Hofer sieht in Obama zunächst einen “großen politischen Strategen”. Schon während der Vorwahlen habe sich Obama gezielt auf junge Wähler konzentriert. “Dadurch hat er 30 Prozent mehr Jugendliche als sonst zu den Vorwahlen gebracht.” Weil er zudem sein Wahlkampfbudget besser eingesetzt habe als Hillary Clinton, habe er seine damalige Konkurrentin einfach “ausgehebelt”.

DER OPTIMIST: Weiters habe Obama die richtige Botschaft entwickelt, in dem er auf “Change” (Wechsel), Hoffnung und einen neuen Politikstil in Washington setzte. “McCain hat auf diesen Optimismus nicht reagiert. Die Folge ist eine historische Niederlage für die Republikaner”, so Hofer.

DER KRISENMANAGER: Der Politikberater sieht in Obamas Wahlkampf aber auch Tiefpunkte. “Der gefährlichste war meiner Meinung nach Pastor Wright”. Der eine “schwarze Befreiungstheologie” vertretende Geistliche Jeremiah Wright war lange Obamas Pastor gewesen und hatte diesen während seines Wahlkampfs immer wieder in heikle Situationen gebracht. So hat Wright unter anderem öffentlich einen US-“Terrorismus” für die Terroranschläge vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht und die Krankheit Aids auf eine “rassistische Verschwörung” der US-Regierung zurückgeführt. Der Demokrat habe aber hier wie auch in anderen Fällen während des Wahlkampfs bewiesen, ein “genialer Krisenmanager” zu sein, meinte Hofer.

DER KOMMUNIKATOR: “Barack Obama ist außerdem einer der besten politischen Kommunikatoren, die die Erde derzeit zu bieten hat”, so Hofer weiter. Das habe er nicht nur in seinen Reden, sondern auch mit seinem Slogan “Yes, we can” gezeigt: “Das ‘Wir’ vermittelte ein Gemeinschaftsgefühl und stand bei Obama immer im Mittelpunkt.”

DER “GAME CHANGER”: Schließlich habe sich Obama auch als “Game Changer” etabliert, der die politischen Spielregeln in den USA verändert hat. Der 47-Jährige habe eine beispiellose Demokratisierung geschafft, “immerhin haben drei Millionen Menschen für ihn gespendet”, betonte Hofer. Mehr Spendengelder hätten ihm mehr Geld für Werbung und Wahlhelfer und damit höhere Chancen auf den Sieg gebracht. “Außerdem hat Obama die Wahlbeteiligung erhöht – vor allem die Beteiligung der Minderheiten und jungen Wähler hat zum Sieg geführt.” Immerhin hätten 96 Prozent der schwarzen Bevölkerung, zwei Drittel der Hispanics und jungen Wähler sowie 56 Prozent der Frauen ihre Stimme dem Demokraten gegeben.

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