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Grippe-Impfung gegen Krebs?

Ein neuer Ansatz in der Krebstherapie wurde kürzlich an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien vorgestellt. Ein Grippe-Impfstoff soll nun auch gegen Lungenkrebs helfen.

Junge Wissenschafter arbeiten an der Weiterentwicklung eines Grippe-Impfstoffes, den sie künftig auch in der Behandlung von Lungenkrebs einsetzen wollen. Erste Erfolge bei Mäusen konnten sie damit schon erzielen. Das Immunsystem mobil machen im Kampf gegen Krebs „Eigentlich ist es paradox“, gesteht Christian Kittel, Forscher am Institut für Angewandte Mikrobiologie der BOKU. „Influenza-Viren verursachen bei Menschen üblicherweise Grippe und damit eine äußerst gefährliche Krankheit, die für einige Patienten sogar tödlich endet. Nun wollen wir aber eine noch gefährlichere Krankheit, nämlich Lungenkrebs, damit behandeln.“

Im Kampf gegen Krebs ist das menschliche Immunsystem zumeist chancenlos, weil es Krebszellen von gesunden Körperzellen nicht unterscheiden kann. Den Wissenschaftern in Wien ist es aber gelungen, einen herkömmlichen Grippe-Impfstoff so auszubauen, dass er auf das Immunsystem wie eine Zündkerze wirkt. Nach Verabreichen des Impfstoffes springt das Immunsystem praktisch an. Mit „geschärftem Blick“ erkennt es dann Krebszellen und kann diese gezielt zerstören.

Immun-Botenstoff als Zündkerze

Der ursprüngliche Grippe-Impfstoff besteht aus einem so genannten attenuierten, also entwaffneten, Influenza-Virus. Dieses ist nicht mehr imstande, den menschlichen Körper mit Grippe zu infizieren, findet aber – wie das natürliche Virus – den Weg in die Lunge. Der weiterentwickelte Impfstoff trägt jetzt zusätzlich den Bauplan für einen körpereigenen Botenstoff des Immunsystems in sich.

Dieser Botenstoff, das Interleukin-2, wird nun zielgerichtet dort produziert und freigesetzt, wo er auch benötigt wird: in der vom Krebs befallenen Lunge. Dort regt er den Körper an, weitere Immunzellen zu produzieren. So entsteht lokal in der Lunge eine außergewöhnlich starke Immunantwort, die das Immunsystem in die Lage versetzt, die Krebszellen zu erkennen und so das Lungenkarzinom zu bekämpfen.

Warnung vor zu frühen Erwartungen

„Bei einigen Mäusen sind die Lungentumore nach der Behandlung mit unserem neuen Impfstoff völlig verschwunden“, beschreibt Kittel die ersten Ergebnisse. Ein Einsatz als therapeutischer Impfstoff sei auch bei Lungenkrebs-Patienten denkbar, so die Meinung des Wissenschafters. Dennoch warnt er vor zu frühen Erwartungen. Bis zur Behandlung von Menschen ist es noch ein langer Weg. Erfreulich wäre diese aber speziell für alle, die sich vor Nadeln fürchten: der Impfstoff würde als Nasenspray und somit absolut schmerzfrei verabreicht werden.

Quelle: BOKU Wien

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