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Griechischer Gastwirt trotzt Finanzkrise mit kulinarischem Humor

"Varoufakis-Teller" oder doch lieber die "Suße Angie"?
"Varoufakis-Teller" oder doch lieber die "Suße Angie"? ©Screenshot Reuters
In seinem Berliner Restaurant bietet er griechische Speisen unter aktuellen politischen Namen an. Daher stehen zum Beispiel der "Grexit-Teller" oder die "Süße Angie" auf seiner Speisekarte.

Griechenland und Finanzkrise, ein Themenpaar, das seit Monaten schier untrennbar zusammenzuhängen scheint. Diese Negativ-Wahrnehmung will Georgios Chrissidis humorvoll aufbrechen. Und was liegt da für einen Gastwirt näher, als ein derartiges Unterfangen im Kulinarischen anzusiedeln.

“Süße Angie” und “Grexit-Teller”

So steht derzeit in seinem “Restaurant Z” in Berlins Szene-Bezirk Kreuzberg neben dem “Grexit-Teller” oder der “Süßen Angie” auch der Varoufakis-Teller inklusive Jungbullensteak auf dem Menü. Restaurantbesitzer Chrissidis erzählt, wie er auf die Idee gekommen ist: “Die Gedanken haben mich immer wieder beschäftigt. Und morgens beim Kaffee trinken zu meiner Frau sagte ich, weißt Du was, die Sonderkarte, die benennen wir jetzt nach diesem Theater, nach diesem griechisch-europäischen Theater.” Es sei für ihn eine Befreiung gewesen, erklärt der 53-jährige Gastronom.

Chrissidis lebt seit 1984 in Berlin und hat ursprünglich mal Pädagogik und Psychologie studiert.

Humor funktioniert

Sein jüngster Einfall kommt bei den Gästen gut an, so erzählt ein Gast “Die Idee ist großartig, super. Wir sind jetzt durch Zufall hier gelandet, finde ich klasse. Ich hätte natürlich lieber ein Tellergericht gehabt, was dazwischen gewesen wäre zwischen Schäublexit und Varoufakis, aber das ist vielleicht nicht machbar.” Ein anderer meint:  “Ja, ich nehme den “Troikaminator”, also das finde ich ein hervorragendes Gericht. Also einen “Schäublexit” zu bestellen, hätte ich mich nicht getraut und “Grexit” sowieso nicht. Also habe ich mich für den “Troikaminator” entschieden.”

Kleines Preis-Beispiel zu dem aktuellen Menü-Gag, der noch den August über bestand haben soll: Die nach dem Ex-Finanzminister Varoufakis benannte Speise ist eher nobel und teuer und schlägt daher mit knapp 20 Euro zu Buche. Während die Vorspeise “Tsipras Liebling” hingegen für sparsame und ganz parteikonforme 5,90 Euro zu haben ist.

Und, ganz wichtig, auch wenn es hier bereits den Grexit gibt, in Chrissidis Restaurant wird auch weiterhin mit dem Euro bezahlt.

(Reuters)

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