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Grenzenloser Protest gegen Recycler

Nach den Protestkundgebungen gab es ein fast zweistündiges Treffen mit den Geschäftsführern Michael und Karl Loacker.
Nach den Protestkundgebungen gab es ein fast zweistündiges Treffen mit den Geschäftsführern Michael und Karl Loacker. ©VN-Neue/Beate Rhomberg
Deutsche Bürgerinitiative trug ihren Protest vor die Loacker-Zentrale in Götzis.

Götzis. (VN-sta) Rund 50 Demonstranten, vorwiegend aus Deutschland, haben sich am 5. Mai zu einer Protestkundgebung vor der Firmenzentrale des Götzner Müll-Recyclers Loacker eingefunden. Stein des Anstoßes sind zwei Schredderanlagen im Stammwerk und im deutschen Wonfurt. „Wir lassen uns nicht vergiften!“ Mit Trillerpfeifen, Transparenten, Vuvuzelas und Ratschen machte die aufgebrachte Gruppe aus Unterfranken ordentlich „Rabatz“. Sie werfen dem Unternehmen vor, Umwelt und Menschen in ihrem Heimatort Wonfurt (Bayern) mit giftigem Staub zu verseuchen. Loacker räumte ein, dass man in der Vergangenheit das Problem des anfallenden Staubs unterschätzt habe. Die Vorschriften seien aber eingehalten worden. Jetzt soll der Betrieb eingehaust und die Absauganlage optimiert werden. Derzeit warte man auf den Baubescheid. Im Werk Wonfurt wird – wie berichtet – Elektro- und Kabelschrott recycelt. Da Emissionen von Schwermetallen, Dioxinen und Furanen Anfang dieses Jahres erheblich über den Grenzwerten lagen, musste die Anlage im März kurzfristig geschlossen werden.

„Rücksichtslos“

„Es ist sehr wichtig, dass man hier in Vorarlberg Wind davon bekommt, wie Loacker an anderen Standorten produziert“, wettert Peter Werner, Sprecher der Bürgerinitiative „Lebenswertes Wonfurt“. Der Konzern nehme keinerlei Rücksicht auf die Menschen in der Umgebung und denke nur an den Profit, forderte Werner die vorübergehende Stilllegung des Betriebs. Unterstützt wurden die deutschen Demonstranten vom grünen Nationalratsabgeordneten Harald Walser und der Bürgerliste Altach. „Es geht nicht an, dass eine Firma an einem Standort bessere Anlagen baut als an einem anderen. Wenn sich Loacker darauf beruft ein Saubermann zu sein, muss er das überall sein, nicht nur in Götzis“, betonte Erich Burschowsky von der Bürgerliste. Altacher Anrainer und die Bürgerliste hatten sich zuletzt gegen die geplante Erweiterung der Autoschredder-Anlage in Götzis gewehrt und einen Kompromiss erreicht. So sollen künftig nicht wie geplant 150.000 Tonnen Autoschrott, sondern „nur“ 115.000 verarbeitet werden.

Bodenproben untersuchen

Nach den Protestkundgebungen vor dem Firmengebäude gab es ein fast zweistündiges Treffen mit den Geschäftsführern Michael und Karl Loacker. Erich Burschowsky zeigte sich nach den Gesprächen zuversichtlich. In Götzis und Altach sollen nun erstmals seit Inbetriebnahme 1986 Bodenproben gezogen und untersucht werden. Außerdem sei versprochen worden, ein Pflanzenmonitoring einzuführen, um herauszufinden, ob Stoffe austreten. Die Wonfurter blieben indes skeptisch. „Wir geben erst Ruhe, wenn Loacker auch in Wonfurt ein umweltbewusstes Recycling durchführt, das niemanden mehr gefährdet.“

Quelle: VN-Heimat / Jörg Stadler

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