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Grenzen aufgezeigt

Die Erfolge in Österreich hatte bei der Wiener Austria Träume von der Fußball-Champions-League reifen lassen. Doch nach der 0:1-Heimniederlage am Mittwoch im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde glauben wohl nur noch die kühnsten Optimisten an den Aufstieg.

Der russische Jungstar Dimitrij Sytschew rückte vor 28.300 Zuschauern im Happel-Stadion schon nach vier Minuten die Verhältnisse zurecht.

Im Rückspiel am 27. August im Stade Velodrome spricht nun alles für den ehemaligen Europacupsieger. Der populärste Verein Frankreichs präsentierte sich im Wiener Prater auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Technisch besser, lauffreudiger, den Gastgebern stets um einen Schritt voraus. Die gellenden Pfiffe der Austria-Fans waren Beweis für die Enttäuschung.

Bereits mit der ersten Offensiv-Aktion der Franzosen war die Austria-Defensive überfordert. Schnelles Kurzpass-Spiel von Mido und Fernandao, ideale Vorlage auf Sytschew, der von Ratajczyk nicht zu halten war, und Abschluss mit links vorbei an Mandl ins kurze Eck. Mit der Führung im Rücken hatte der Gast das nötige Selbstvertrauen, um Ball und Gegner zu kontrollieren.

Nach dem Wechsel hatte die Austria in der 57. Minute ihre beste Chance. Janocko ließ mit einem Dribbling einmal seine Klasse aufblitzen, aber van Buyten klärte bei der Hereingabe gerade noch zur Ecke. Dabei hatte der belgische Abwehr-Chef jedoch Glück, kein Eigentor zu produzieren.

Der abwesende Austria-Mäzen Frank Stronach propagierte immer wieder, mit seinem Verein „international ernsthaft mitspielen zu wollen“, aber davon ist Violett in dieser Form weit entfernt.

Ergebnisse Champions-League-Qualifikation:

  • Austria Wien – Olympique Marseille 0:1 (0:1)
    Ernst Happel Stadion, 28.300. Tor: Sytschew (4.)
  • FC Brügge – Borussia Dortmund 2:1 (2:0)
    Jan-Breydel-Stadion, 18.500. Tore: Ceh (33.), Verheyen (45.) bzw.
    Amoroso (52.)
  • Grasshoppers Zürich – AEK Athen 1:0 (0:0)
    Hardturm-Stadion, 12.400. Tor: Nunez (83.)
  • Partizan Belgrad – Newcastle United 0:1 (0:1)
    Partizan-Stadion, 30.000. Tor: Solano (38.)
  • RSC Anderlecht – Wisla Krakau 3:1 (2:0)
    Van-Den-Stock-Stadion Brüssel, 22.000. Tore: Jestrovic (11.), Lovre
    (36.), Dindane (59.) bzw. Zurawski (77./Foulelfer)


Meinungen:


Joachim Löw (Austria-Trainer):
„Wir haben mit dem 0:1 schon in der vierten Minute einen Schock bekommen. Nie zu unserem Spiel gefunden und sind nie mehr in den Rhythmus gekommen. Marseille war ballsicherer, variabel und wir sind immer hinterher gelaufen. Wenn man zu Hause 0:1 verliert, ist es schwer. Ich glaub noch immer daran, dass wir es schaffen können. Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben und versuchen das schier Unmögliche möglich zu machen.“


Michael Wagner (Austria-Kapitän):
„Das schnelle 0:1 war genau das, was wir nicht wollten. Danach war es für Marseille leicht, auf Konter zu spielen. Sie waren hinten sehr gut formiert, da muss man schnell und direkt spielen, das ist aber auch fehleranfällig. Wir hatten vier bis fünf halbe Torchancen und wenn man die auch nicht nützt, verliert man eben. So gesehen haben wir die Europareife nicht bestanden. Einer Mannschaft, die Ansprüche auf europäische Klasse stellt, darf nicht das 0:1 nach vier Minuten passieren.“


Daniel van Buyten (OM-Abwehrchef):
„Dieser Sieg ist eine gute Ausgangslage für uns, aber das Rückspiel wird trotzdem sehr schwer. Wir müssen konzentriert und mit 100 Prozent in das Heimspiel gehen, denn sonst ist dieser Sieg nichts wert, da Austria das Potenzial besitzt, um in Marseille zu gewinnen.“


Herbert Prohaska (Ex-Austria-Meistermacher):
„Bis auf Afolabi, der bester Spieler auf dem Platz war, haben bei Austria alle weit unter ihren Möglichkeiten gespielt. In der Offensive konnte man sich nie entscheidend durchsetzen. Olympique Marseille hatte alles unter Kontrolle und die Austria hatte nichts dagegen zu setzen. Bis auf die Janocko-Chance und den Vastic-Freistoß war wenig zu sehen. Das ist für die Champions League zu wenig.“


Alain Perrin (Marseille-Coach):
„Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat, da wir mit einem 1:0-Vorsprung nach Hause fahren. Es wird nicht leicht, zu gewinnen und den Vorsprung über die Runden zu bringen. Wir sind nach einer guten Phase noch etwas unter Druck geraten. Ich hätte noch gerne ein zweites Tor gehabt. Wir müssen das Rückspiel sehr ernst nehmen. Wenn das gelingt, dann werden wir aufsteigen. Aber noch ist nicht alles klar.“

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