Great Barrier Reef: Strenge Schutzzonen zeigen Wirkung

Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Welt
Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Welt ©APA/ AIMS
Die Ausweitung besonders strenger Schutzzonen im Great Barrier Reef zeigt nach einem Jahrzehnt deutliche Erfolge. In den Gebieten seien die Fischbestände größer geworden.

Das berichten Forscher des Australischen Instituts für Meereswissenschaften (AIMS) im Fachjournal “Current Biology”.

Zudem habe sich das Riff nach dem schweren Zyklon “Hamish” 2009 schneller wieder erholt als ohne die Refugien zu erwarten gewesen wäre. “Die schiere Größe des Naturparks Great Barrier Reef stellte sicher, dass es genug Areale gab, die vom Zyklon nicht betroffen waren”, erklärt der AIMS-Biologe Michael Emslie in einer Mitteilung zur Studie. “Diese Gebiete konnten als Brutstätten für Fische und Korallen dienen und halfen so den geschädigten Gebieten, sich zu erholen.”

Korallen am North Keppel Island am Great Barrier Reef. Nach einem Jahrzehnt zeigt die Ausweitung besonders strenger Schutzzonen Wirkung. Foto: EPA/ AIMS
Korallen am North Keppel Island am Great Barrier Reef. Nach einem Jahrzehnt zeigt die Ausweitung besonders strenger Schutzzonen Wirkung. Foto: EPA/ AIMS ©Korallen am North Keppel Island am Great Barrier Reef. Nach einem Jahrzehnt zeigt die Ausweitung besonders strenger Schutzzonen Wirkung. Foto: EPA/ AIMS

>>>Haie erhalten das Gleichgewicht von Korallenriffen<<<

Great Barrier Reef: Riesig und empfindlich

Das Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Welt. In den besonders strengen Schutzzonen des Riffs sind weder Fischerei noch das Sammeln von Korallen oder Bohrungen erlaubt. 2004 wurden diese “No-Take Marine Reserves” (NTMR), die zuvor weniger als fünf Prozent des Riffs ausmachten, auf mehr als ein Drittel der Fläche ausgeweitet.

Luftaufnahme des Great Barrier Riffs vor der Küste Australiens. Foto: dpa
Luftaufnahme des Great Barrier Riffs vor der Küste Australiens. Foto: dpa ©Luftaufnahme des Great Barrier Riffs vor der Küste Australiens. Foto: dpa

Daten zweier Langzeitstudien ausgewertet

Die Wissenschafter des AIMS und der James Cook Universität analysierten Daten zweier Langzeitstudien in den Zeiträumen 1983 bis 2012 und 2004 bis 2012. Sie konzentrierten sich auf die Zahl und Größe von Zackenbarschen, die im Riff leben (Plectropomus) und die der wichtigste Fang für die örtliche Fischerei sind. In den Schutzzonen lebten nicht nur mehr Zackenbarsche, sie waren auch größer als die Tiere im übrigen Riff. Dort veränderten sich die Bestände durch die Ausweitung der NTMRs nicht.

Größtes Korallenriff seit 1981 Unesco-Weltnaturerbe

Das Great Barrier Reef liegt in einem rund 345.000 Quadratkilometer großen Meerespark vor der Nordostküste Australiens. 1981 wurde dessen Unterwasserwelt von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt.

Australien will Bau gigantischer Häfen verbieten

Das Welterbekomitee beobachtet die Entwicklung am Riff seit Jahren mit wachsender Sorge: Im Juni 2014 vertagte es die Entscheidung, ob das Riff auf die Liste für gefährdetes Welterbe gesetzt wird, um ein Jahr. Damals waren Australiens Pläne für gigantische Häfen bekannt geworden, bei deren Bau gewaltige Mengen Baggergut in das Riff geleitet werden sollten. Dies will die australische Regierung nun verbieten, wie Mitte März von Umweltminister Greg Hunt bekannt gegeben wurde.

Weitere AIMS-Studie: Riff verlor Hälfte aller Korallen

Eine andere Studie des AIMS-Instituts hatte ergeben, dass das Riff in den vergangenen drei Jahrzehnten die Hälfte seiner Korallen verloren hat. 48 Prozent des Schwundes sind demnach auf Sturmschäden zurückzuführen, 42 Prozent auf Dornenkronen – Korallen fressende Seesterne – und zehn Prozent auf die Korallenbleiche, eine Folge wärmeren Wassers.

Korallenbleiche am Great Barriere Reef. Foto: Greenpeace.
Korallenbleiche am Great Barriere Reef. Foto: Greenpeace. ©Korallenbleiche am Great Barriere Reef. Foto: Greenpeace.

Umweltverschmutzung und Klimawandel

Schwere Stürme könnte es nach Ansicht vieler Experten aufgrund des Klimawandels in der Region künftig verstärkt geben. Zyklone wie “Hamish” schaden den Lebewesen in den Schutzzonen ebenso wie im übrigen Riff. Es sei wichtig, daran zu denken, dass NTMRs allein nicht die Lösung für alle Bedrohungen des Great Barrier Reefs sind, betont Biologe David Williamson von der James Cook Universität.

Weitere Maßnahmen nötig

“Umweltverschmutzung, Sedimenteintrag, Küstenbebauung und die zunehmenden Folgen des Klimawandels wirken sowohl regional als auch global”, so Williamson weiter. “Die Einrichtung eines breiten Netzwerks von NTMRs kann zu einer sicheren Zukunft des Riffs beitragen. Dennoch sind auch weitere Maßnahmen wichtig, die Bedrohungen vom Festland und die Folgen des Klimawandels eindämmen.” (red-jim/APA)

Current Biology: Expectations and Outcomes of Reserve Network Performance following Re-zoning of the Great Barrier Reef Marine Park

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