AA

GPA fordert Absicherung Ehrenamtlicher

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) hat die Regierung aufgefordert, eine rechtliche Absicherung ehrenamtlicher freiwilliger Helfer zu realisieren.

Da angesichts der Hochwasserkatastrophe freiwillige Helfer weiterhin dringend benötigt würden, appellierte die GPA am Mittwoch an alle Arbeitgeber, bei der Entgeltfortzahlung für freiwillige Helfer eine „großzügige Haltung an den Tag zu legen“, heißt es in einer Aussendung.

Tausende Arbeitnehmer seien in den vom Hochwasser betroffenen Regionen in diesen Tagen an der Ausübung ihrer Arbeit gehindert. Viele Betroffene würden sich an die Gewerkschaft wenden, um über ihre Ansprüche im Fall einer Dienstverhinderung Auskunft zu erhalten. Die GPA verweist darauf, dass ein Arbeitnehmer, wenn er daran gehindert ist, seine Arbeit anzutreten, grundsätzlich einen Anspruch auf Weiterbezahlung des Entgelts gemäß Par. 8 Angestelltengesetz hat. Dies gelte insbesondere, wenn der Arbeitnehmer in Folge des Hochwassers seinen Betrieb gar nicht erreicht könne oder zu spät zur Arbeit erscheine.

Wenn wiederum der Arbeitnehmer arbeitsbereit ist, der Betrieb aber auf Grund des Hochwassers gesperrt ist, besteht laut GPA grundsätzlich Anspruch auf Entgeltfortzahlung gemäß 1155 des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches. Wenn aber eine ganze Region vom Hochwasser lahm gelegt ist und sämtliche Betriebe und Arbeitnehmer dieser Region betroffen sind, so kann der Anspruch auf Entgeltfortzahlung entfallen. Dies müsste im Einzelfall geprüft werden.

Bereits am Dienstag hatte Bundespräsident Thomas Klestil die Arbeitgeber aufgerufen, ihren bei Rettungs- und Hilfsorganisationen im Einsatz stehenden Mitarbeitern die nötigen Sonderurlaube zu gewähren. Gemeinsam mit der öffentlichen Hand sollten auch Möglichkeiten gefunden werden, allen Arbeitnehmern den durch Hilfseinsätze entgangenen Lohn auszuzahlen. Sozialminister Herbert Haupt (F) hatte sich für die Möglichkeit der Einführung eines Sonderurlaubs oder einer Karenzierung vom Arbeitsplatz im Fall von Katastropheneinsätzen der Blaulichtorganisationen und anderer ehrenamtlicher Helfer ausgesprochen. Auch die Wirtschaft profitiere letztlich vom überdurchschnittlichen Engagement freiwilliger Einsätze.

Der freiheitliche Generalsekretär und Europaabgeordnete Peter Sichrovsky hat am Mittwoch eine gemeinsame überparteiliche Initiative der österreichischen EU-Abgeordneten vorgeschlagen, um den Hochwasseropfern so rasch wie möglich finanzielle Unterstützungen aus den entsprechenden EU-Budgets zukommen zu lassen. Die österreichischen EU-Abgeordneten sollten an den Präsidenten des Parlaments appellieren, dass dieser die Initiative unterstützt, sagte Sichrovsky in einer Aussendung.

Österreich habe das Recht – nach jahrelanger Unterstützung anderer EU-Mitglieder mit seinen Geldern – nun einen Solidaritätsbeitrag der EU einzufordern. Durch die Initiative der österreichischen EU-Parlamentarier sollte auch Druck auf die zuständige Kommission ausgeübt werden, um den üblichen bürokratischen Weg zu beschleunigen.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Hochwasser
  • GPA fordert Absicherung Ehrenamtlicher
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.