Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Götter von damals sind Promis von heute

Was sucht Gott Jupiter (Philippe Spiegel) in Gestalt einer Fliege in Eurydikes (Theresa Dittmar) Schoß? Antwort beim mtvo.
Was sucht Gott Jupiter (Philippe Spiegel) in Gestalt einer Fliege in Eurydikes (Theresa Dittmar) Schoß? Antwort beim mtvo. ©Musiktheater Vorarlberg
Das Musiktheater Vorarlberg feierte glanzvolle Offenbach-Premiere.

 

Götzis. (sch) Auf der Kulturbühne Ambach ereignete sich am Samstagabend vor vollem Haus das wohl tollste Highlight in der bislang erfolgreichen Geschichte des Musiktheaters Vorarlberg. Erstmals ging Jacques Offenbachs Meisteropéra bouffon „Orpheus in der Unterwelt“ (UA 1858 in Paris) über heimische Bühnenbretter; eine  faszinierende Gemeinschaftsproduktion mit rund 120 Aktiven (Künstler, Bühne, Technik etc.), die allesamt für eine glanzvolle Premiere sorgten, für einen oft zitierten Ohren-und Augenschmaus und vor allem für die süffisante Freude des Publikums, dass Götter auch nur Menschen sind bzw. waren…  Meister Offenbach und seine Librettisten Crémieux/Halévy (deutsch von Horst Bonnet) wollten der oberen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, verschlüsselt durch das antike Personal, einen nicht schmeichelhaften Spiegel hinhalten, und Regisseure aller Epochen versuchen mehr oder weniger deftig, vor allem durch die Figur der Öffentlichen Meinung moralische Heuchelei und Verlogenheit (Ehe, Seitensprünge etc.) vor allem bei „denen da oben“ zeitlos zu demaskieren. In Götzis hat Barbara Herold, erstmals als Opernregisseurin tätig, einen eher moderaten Ton angeschlagen und vor allem den Unterhaltungswert des Inhaltskonglomerats von Olymp und Unterwelt, Griechen und Römern, Zitaten der Gluck-Oper etc. betont, ohne die zeitlos kritischen Töne in Offenbachs Opus aber zu eliminieren.

Intendant Nikolaus Netzer übergab diesmal den Taktstock an seinen Tiroler Kollegen Michael Mader, der das versierte mtvo-Orchester mit französischem Esprit aufpeppte und zum Finale eine wahre Cancan-Orgie abfeuerte. Bühnen-und Kostümbildner Hartmut Holz und sein Team schufen großflächige, farbenfrohe Bühnenbilder mit kontrastierenden Kostümen und „spartanischen“ Requisiten. Darina Naneva-Ivov machte aus dem Chor eine sing-und spielfreudige Schar. Und Verena Russo-Haftel  animierte ihre junge Ballettgruppe zum viel bejubelten Galopp der fliegenden Mädchenbeine.

Es „göttelte“ und menschelte…

Die Vielzahl der singenden Darsteller bot ein homogenes Ensemble der schönen Stimmen und der guten schauspielerischen Leistungen (Barbara Herolds „Theaterhand“!). Sie agierten in den mehrfachen Handlungssträngen der komischen Oper: Adam Sanchez als Orpheus, Musiklehrer, brillierte als untreuer Gatte seiner nicht besseren Frau Eurydike (Theresa Dittmar), beide in stimmlicher Hochform. Schlawiner Jupiter war bei Philippe Spiegel in besten Händen. Mario Podrecnik fuchtelte als grimmiger Unterwelt-Pluto durch sein Reich. Christine Schneider war eine hübsche Venus mit hübscher Stimme nebst vielen Überirdischen wie Simone Zöhrer-Varrone, Julia Großsteiner, Agnes Hunziker, Ulrike Wender, Peter Sele, Jonas Posniak, Simon Latzer. Gisela Razen als Die öffentliche Meinung waltete perfekt ihres Amtes (das blasse Outfit hätte ein bisschen Farbe vertragen), Reinhard Razen war ein bezaubernd schüchterner Diener Hans Styx, einst „Prinz von Arkadien“, mit köstlichem Couplet.  Nicht versäumen: Weitere Aufführungen noch am 14. und 15. Oktober 2016, 19.30 Uhr, AMBACH.

 

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Götzis
  • Götter von damals sind Promis von heute
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen