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GNTM-Finale: Eine Siegerin, ein Ausstieg und Heidi im Homeoffice

Jacky ist "Germany's Next Topmodel 2020".
Jacky ist "Germany's Next Topmodel 2020". ©ProSieben/Richard Hübner
Germany hat ein Topmodel Nummer 15: Die 21-jährige Jacky aus der Nähe von Wiesbaden hat am späten Donnerstagabend das diesjährige Finale von Heidi Klums Castingshow "Germany's Next Topmodel" gewonnen.
GNTM-Finale 2020
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Auf Platz zwei landete in der 15. Staffel der ProSieben-Show die 20 Jahre alte Österreicherin Sarah und auch Platz drei ging nach Österreich, an die 20 Jahre alte Maureen aus Wien.

"Habe gelitten und war verzweifelt"

Für eine Überraschung sorgte die vierte Finalistin: Die Studentin Lijana aus Kassel warf freiwillig das Handtuch. Die wohl umstrittenste Teilnehmerin der Staffel sagte schon nach rund einer Dreiviertelstunde, sie habe keine Lust mehr auf den Hass, der ihr entgegenschlage. "Ich habe gelitten und war verzweifelt." Im Internet und auch in der realen Welt sei sie angefeindet worden. Sie sprach von Mobbing und "Taten gegen mich, gegen meine Familie, sogar gegen meinen Hund". Ihren Wert könne nur sie selbst bestimmen. "Deswegen verzichte ich auf das Finale."

Zuvor hatte sie sich in einem schwarzen Umhang, der mit Schimpfworten wie "Bitch" beschrieben war, auf dem Laufsteg gezeigt. "Du hast definitiv polarisiert diese Staffel, aber was dir passiert ist, geht auf jeden Fall zu weit", sagte Klum, die das Finale wegen der Corona-Pandemie aus dem Homeoffice in Los Angeles moderierte. "Das war ein tapferer Auftritt." Der Applaus kam dann vom Band.

Heidi Klum im Homeoffice

Heidi Klums Castingshow hat sich in diesem Jahr - coronabedingt - mit einem Finale verabschiedet, das es so noch nie gab und hoffentlich auch nie wieder geben wird. Denn obwohl weder Stargäste, noch das Publikum, noch Moderatorin Klum wegen der Corona-Pandemie beim Finale anwesend sein konnten, dachte der Sender gar nicht daran, die Show zu kürzen. Er füllte mehr als geschlagene drei Stunden mit Rückblicken, einer Dauer-Videoschalte zu Klum ins Homeoffice, Tänzern des Berliner Friedrichstadt-Palastes und einem erwachsenen Mann, der sich unerträglich lange von einem Wackel-Auto durchschütteln ließ wie kleine Jungs vorm Supermarkt: Designer Philipp Pleins Auftritt im Leoprint-Cabrio mit Feuerwerk sollte wohl einer der Höhepunkte der Show sein. Während Heidi Klum aus Los Angeles zugeschaltet wurde, führte der Vorarlberger Fotograf Christian Anwander im Studio durch den Abend.

15 Jahre GNTM

Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblicke auf die Highlights aus 15 Jahren "GNTM" und einige der bekanntesten Kandidatinnen wie Nacktmodel Micaela Schäfer oder die als Heulsuse bekannt gewordene Gisele Oppermann sind zu Gast. Warum der Sender diesen Aspekt nicht weiter ausbaut und Kult-Kandidatinnen wie Sarah Knappik und Gina-Lisa Lohfink ("Zack die Bohne") oder Topmodel Nummer eins, Lena Gercke, nicht einmal in den Rückblicks-Einspielern vorkommen lässt, bleibt eins der vielen Geheimnisse dieses seltsamen Abends.

Zum Gesamtbild passt, dass die Zuschauer durch weiße Pappaufsteller ersetzt sind und das Ganze garniert wird mit penetrantem Applaus vom Band, mit Jubel vom Band, mit Gelächter vom Band und einmal, als Klum aus Los Angeles ganz besonders lasziv in die Kamera schaut, sogar mit einem anerkennenden Pfiff vom Band. Auch auf Twitter macht sich da zeitweise Fassungslosigkeit breit. "Gerüchteweise ist die Werbepause jetzt eingespielt worden, weil der Applausknopf-Praktikant eine Sehnenscheidenentzündung hat", schreibt dort jemand.

"Bye, Bitches"

Was sonst noch geschah: Tamara bekommt den "Personality Award", der seit einigen Jahren als Trostpreis im Finale etabliert ist. "Ich feiere einfach everything about you all", sagt Tamara. "Dänk you", "Bleibt schön disgusting" und "Bye, Bitches."

Und Klum betont irgendwann zwei goldene Regeln für ihre Show: ""Fuck" sagt man bei "Germany's Next Topmodel" nicht" und "Ihr könnt doch jetzt nicht saufen, ihr kennt doch die Regeln." Es sind zwei Vorgaben, die nur schwer einzuhalten sind an diesem Abend.

(APA/Red)

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