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"Gipfeltreffen" am Hochjoch

vlnr.: Nadine Kasper, Kurt Gerszi Gabriele Gerszi
vlnr.: Nadine Kasper, Kurt Gerszi Gabriele Gerszi ©Nadine Kasper, Grüne Vorarlberg
Nadine Kasper von den Grünen Vorarlberg lud mich zu einem "Gipfeltreffen" aufs Hochjoch ein.

Themen waren die behindertengerechten Einrichtungen generell bei den Seilbahnen, und speziell auf dem Hochjoch. Thema waren auch die Bepreisung der Begleitung von Behinderten, die permanent Begleitung erforderlich haben! Ein drittes Thema war die Abwägung von gedeckelten Freifahrten von Behinderten, die ständige Begleitung erforderlich haben! Es ist schon einige Jahre her, dass ich das Hochjoch in Begleitung "gestürmt" habe. Corona und eine schwere Gehirnoperation im Februar 2021 haben es nicht zugelassen, dass ich wieder früher aktiver werden konnte.

Deshalb war der Empfang an der Talstation noch schöner, als meine Frau und ich fast bis zum Einstieg in die Gondel mit dem Auto fahren durften. Oben angekommen, durfte ich den Stiegenaufgang mit einem Treppenlift, fachmännisch durch einen Mitarbeiter der Montafoner Seilbahnen bedient, bis zur Ebene der Terrasse überwinden.

Die Emotionen, als ich die Terrasse des Kapells [Berghütte am Hochjoch] betreten habe, sind nicht zu beschreiben. Das Panorama, das sich mir geboten hat, war überwältigend. Das, die soziale Komponente, das Geläute der Kuhglocken - eigentlich alle Impressionen, haben mir ein Erlebnis beschert, das mir lange Zeit die Kraft und Energie gibt, meine starke Behinderung zu ertragen. Besser noch - die Behinderung in den Hintergrund rücken lässt.

Der Wermutstropfen sind die Kosten, die ein Behinderter, der ständige Begleitung erforderlich hat, zu tragen hat! Die meisten schwer Behinderten, die eine ständige Begleitung erforderlich haben, sind ohnehin schon durch die vielen Medikamente, aufwendigen Therapien und eine 24-Stunden-Hilfe finanziell sehr stark belastet! Daher wäre es sinnvoll und ein großes Entgegenkommen der Seilbahnen Vorarlberg, würde die Begleitung des Behinderten nichts bezahlen müssen! So wie es bei den Seilbahnen Montafon bis vor kurzem schon gewesen ist!

Generell wäre es wünschenswert, würde die Vorarlberger Landesregierung für Behinderte, die ständige Begleitung erforderlich haben, 3 Bergfahrten für solche Betroffene, die in Vorarlberg wohnhaft sind, ermöglichen. Es ist jedenfalls besser, als sich vom Neurologen oder Hausarzt sogenannte Aufheller [Psychopharmaka] verschreiben zu lassen! Alleine das Panorama gibt Kraft für Wochen!

Bis Weihnachten sind es zwar noch 4 Monate - aber die sind schneller vorbei, als man wahrhaben will! Es ist also an der Zeit, dass sich die Seilbahnen Vorarlberg und die Landesregierung zurückziehen, sich in diesen Angelegenheiten besprechen, und positiv antworten. Nicht der direkte Weg führt in diesem Fall nach Rom, sondern ein kleiner Umweg! Aber es lohnt sich - sowohl für die Seilbahnen als auch für die Landesregierung ihn zu gehen.

Kurt Gerszi

Schruns, im September 2022

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