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„Gewöhnen kann man sich daran nicht“

Katharina Gasperi, Verkäuferin bei der Bäckerei Mangold am Dornbirner Marktplatz hat zum Glück das Lachen noch nicht verlernt.
Katharina Gasperi, Verkäuferin bei der Bäckerei Mangold am Dornbirner Marktplatz hat zum Glück das Lachen noch nicht verlernt. ©Edith Hämmerle
Verkaufen und Bedienen mit Mund- und Nasenschutz ist eine doppelte Belastung.
Doppelte Belastung

Dornbirn. Es gehört schon zum Alltagsbild. Leute tragen Maske. Überall im öffentlichen Raum, in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch beim Einkaufen. Wir besorgen die Dinge, die wir zum täglichen Leben brauchen, bezahlen an der Kasse, danach versorgen wir die Maske wieder in der Jackentasche. Anders ergeht es den Verkäuferinnen und Verkäufern, die von morgens bis abends mit einem Mund- und Nasenschutz arbeiten müssen. Rund um den Dornbirner Markplatz sind mehrere Bäckereien angesiedelt. Zur Freude jener, die einen Stadtbummel unternehmen und sich zwischendurch vom Duft von frischem Brot und Gebäck in den Brotladen ziehen lassen. Einladend für eine kurze Pause auch für all jene, die in den vielen Geschäften in der Innenstadt einer Arbeit nachgehen. Manche kommen schon zu einem kleinen Frühstück, das die Bäckereien früh anbieten.

Ein beklemmendes Gefühl

Es ist Freitag, kurz vor Mittag. Katharina Gasperi (57) steht bereits seit dem frühen Morgen in der Bäckerei Mangold am Marktplatz und verkauft, wie gewohnt, Brot und Gebäck. Doch an das Maskentragen könne man sich nicht gewöhnen, sagt sie. Erstens verstehe man die Kundschaft, die ebenso eine Maske trägt, sehr schlecht, man könne ja nichts von den Lippen ablesen. Vorher, mit der Stoffmaske sei es halbwegs erträglich gewesen, doch mit der FFP2-Maske eine Katastrophe, will sie ehrlich ihr Empfinden ausdrücken. Trotzdem ist ein Lächeln hinter der Maske zu erkennen. „Das Lachen habe ich zum Glück noch nicht verlernt“, will sie noch anmerken, bevor sie die nächste Kundin nach dem Wunsch fragt. Ihrer Berufskollegin kann sich Patrick Baumgartner, der gerade den Kaffeeautomaten bedient, nur anschließen. „Oft ist es heiß im Raum, man schwitzt, unter der Maske juckt es“, beschreibt der 29-Jährige das unangenehme Gefühl, seit er die FFP2-Maske täglich tragen muss.

Doppelte Belastung

Ein paar Schritte weiter entfernt befindet sich die Bäckerei und Konditorei Schertler. Dort ist es Claudia Lipp (69) die hinter der Theke steht. Natürlich sei es mühsamer, eigentlich eine doppelte Belastung, gesteht die Brotverkäuferin ein. Doch den Duft von frischem Brot könne sie Gott sei Dank trotz Maske riechen und manchmal gebe es ein paar Minuten, wenn gerade keine Kundschaft da ist, wo man die Maske kurz absetzen könne. Sie freue sich aber schon sehr auf die Lockerungen, die angekündigt wurden.
Bereits seit 6 Uhr früh steht Daniela Wäger (48) im Verkaufsladen der Bäckerei Luger. Sie arbeitet noch bis 13 Uhr, dann wird sie von ihrer jungen Kollegin Nicole Schwendinger (23) abgelöst, die dann bis 18.30 Uhr die Stellung hält. Man freue sich noch mehr auf den Feierabend als vorher und das Wochenende genieße sie ganz besonders, meint Daniela Wäger und Kollegin Nicole sieht es ähnlich, auch sie wartet sehnlich auf die Lockerungen ab 19. Mai. EH

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