„Gewalttätigkeit wird nicht akzeptiert“

„Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren", sagt Bürgermeister Bernhard Kleber.
„Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren", sagt Bürgermeister Bernhard Kleber. ©VN; Google Maps
Am Wochenende kam es in Andelsbuch zu einer Auseinandersetzung, bei der ein 30-Jähriger durch einen Messerstich verletzt wurde. WANN & WO sprach mit Polizei und der Asyl- und Integrations­beauftragten.

Von Lisa Purin/WANN & WO

Ein 26- und ein 30-jähriger Mann sind in der Nacht auf Sonntag, gegen Mitternacht, in Andelsbuch im Bregenzerwald auf der Straße von einer Gruppe von sechs bis sieben Burschen angepöbelt und mit Faustschlägen attackiert worden. Laut Angaben der Polizei sprachen die Burschen gebrochen Deutsch. Der 30-Jährige erlitt einen Messerstich in den Rücken und musste ins LKH Bregenz. Die Angreifer flohen kurz danach in Richtung Flüchtlingsheim. Bereits kurze Zeit nach dem Vorfall kontrollierte die Polizei mehrere Personen in der Asylwerber-Unterkunft. Ob es sich dabei um die Täter handelte, werde derzeit noch ermittelt.

„Unsere Haltung ist klar“

W&W sprach mit Silke Ritter, Projektmanagerin Asyl und Integration im Bregenzerwald, über den Vorfall: „Bezüglich des genannten Falles laufen die Ermittlungen der Polizei, diese Ergebnisse werden natürlich abgewartet. Alle Aktivitäten laufen in enger Zusammenarbeit mit der Standortgemeinde Andelsbuch und der Caritas Flüchtlingshilfe als zuständige Betreuungsorganisation“, so Silke Ritter von der Regio Bregenzerwald.

„Unsere klare Haltung ist, dass Gesetzesübertretungen oder Gewalttätigkeit nicht akzeptiert werden und streng geahndet werden müssen. Wir vermeiden aber auch ganz klar Vorverurteilungen jeglicher Art“, gibt Ritter zu verstehen. Laut Polizeiinspektion Egg gäbe es derzeit noch keine weiteren Informationen zum aktuellen Stand der Dinge. Deshalb werden Zeugen, die Angaben zur Tatzeit machen können, gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Integration im Bregenzerwald

Die Integration der Menschen mit Fluchthintergrund würde in den Gemeinden des Bregenzerwaldes grundsätzlich sehr gut funktionieren, wie Silke Ritter erklärt. „Dabei hilft uns sicher die kleinräumige Struktur und enge Vernetzung in den Gemeinden. Sehr viele haben bereits eine Beschäftigung gefunden, sind gut integriert vor Ort, besuchen Schulen oder befinden sich in Ausbildung. Eine wesentliche Unterstützung dafür ist die Vorarlberger Integrationsvereinbarung, mit der Menschen mit Bleiberecht bestätigen, dass sie unsere Sprache lernen, eine Beschäftigung annehmen werden und unsere Werte und Gesetze respektieren“, sagt Silke Ritter, die für Integration und Asyl im Bregenzerwald zuständig ist.

Laut ihr sei im „Wôld“ die Grundstimmung in der Bevölkerung Menschen mit Fluchthintergrund gegenüber gut – auch nach einem Vorfall wie diesem. „Deshalb engagieren sich in den 24 Gemeinden der Regio Bregenzerwald auch zahlreiche Menschen ehrenamtlich. Integration ist aber ein langer Prozess, bei dem natürlich beide Seiten aufeinander zugehen müssen.“

Land, Regio, Gemeinden und Institutionen gefordert

„Gerade deshalb sind das Land, die Regio und die Gemeinden gemeinsam mit den sozialen Institutionen hier gefordert, bestmögliche Strukturen dafür zu schaffen – sodass Integration und ein friedliches Zusammenleben möglich sind“, sagt Ritter. Bei Redaktionsschluss gab es von Seiten der Polizei noch keine weiteren Hinweise zur Tat in Andelsbuch.

„Stehen mit Polizei und Caritas in Verbindung“

Bernhard Kleber, Bürgermeister Andelsbuch: „Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren, allerdings gibt es für uns noch keine neuen Erkenntnisse über den Fall vom vergangenen Wochenende. Wir sind aber natürlich auch mit dem Leiter der Caritas-Flüchtlingsstelle in Verbindung, um die Sache schnellstmöglich aufklären zu können.

(WANN & WO)

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