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Getränkehersteller Pfanner bislang nur mit moderaten Rückgängen

Pfanner: "Eigentlich hatten wir zu Jahresbeginn mit einem Plus in dieser Größenordnung gerechnet",
Pfanner: "Eigentlich hatten wir zu Jahresbeginn mit einem Plus in dieser Größenordnung gerechnet", ©Hermann Pfanner Getränke GmbH
Der Vorarlberger Getränkehersteller Pfanner ist bislang vergleichsweise glimpflich durch die Krise gekommen. Allerdings fahre das Unternehmen weiterhin nur "auf Sicht".

Lauterach (Wirtschaftspresseagentur.com) - In den ersten sieben Monaten 2020 betrug der Absatzrückgang etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum - während gerade der Absatz in der Gastronomie in Österreich und Italien sehr deutlich zurückging, konnte Pfanner das etwa im Lebensmittelhandel in Deutschland wieder kompensieren - allerdings fahre das Unternehmen weiterhin nur "auf Sicht"

Die Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 hinterlassen je nach Branche, Ländern und Absatzkanälen unterschiedlich tiefe Spuren in den Geschäftszahlen von Vorarlberger Firmen. Der Getränkehersteller Pfanner ist bislang vergleichsweise glimpflich durch die Krise gekommen. Wie Vorstand Peter Pfanner von der Pfanner Holding AG im wpa-Gespräch erklärte, stehe in den ersten sieben Monaten 2020 ein mengenmäßiger Absatzrückgang von fünf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres in den Büchern. "Eigentlich hatten wir zu Jahresbeginn mit einem Plus in dieser Größenordnung gerechnet", so Pfanner.

Verantwortlich für das angesichts der Begleitumstände eher moderate Minus sei vermutlich die sehr breite Aufstellung des Lebensmittelherstellers, meint Peter Pfanner. So kommt Pfanner auf einen Exportanteil von 83 Prozent. Die Getränke werden in über 80 Länder weltweit exportiert. Zudem beliefert Pfanner sowohl den Lebensmittelhandel als auch die Gastronomie und nutzt weitere Vertriebskanäle. "Dazu kommt das breite Produktspektrum von Fruchtsäften, Nektaren, Eistees, Teegetränken und Fruchtpürees bis hin zu Konzentraten, Weinen und Bränden."

Sehr unterschiedliche Entwicklungen je nach Absatzkanal

Dementsprechend haben sich auch die Absatzzahlen völlig unterschiedlich entwickelt. "Wir machen mit der Gastronomie rund 20 Prozent unseres Volumens. Und hier sind die Mengen in Österreich und Italien sehr deutlich eingebrochen, nämlich um gut 50 Prozent." Auf der anderen Seite sei Deutschland der wichtigste Exportmarkt für Pfanner und dort habe man von einer guten Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel profitiert. "Die Menschen konsumieren ihre Getränke eher nicht in den Gasthäusern, sondern daheim. Die Lebensmittelbranche erweist sich bislang also als relativ stabil."

"Fahren auf Sicht"

Andererseits dürfe diese Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass Pfanner als Unternehmen derzeit "weiterhin nur auf Sicht" fahre, betont Peter Pfanner. Denn über früher oder später dürften sich steigende Arbeitslosenzahlen oder immer noch mehr Beschäftigte über längere Zeiträume in Kurzarbeit auch auf das Konsumverhalten und den Kauf bestimmter Produkte auswirken, befürchtet Pfanner.

Die Pfanner Holding AG hat im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 295 Millionen Euro erzielt. Insgesamt werden rund 900 Mitarbeiter beschäftigt, davon 430 in Österreich. Produktionsstandorte gibt es neben Lauterach in Enns (OÖ), Hamburg (D), Policoro (I) und Bar (Ukraine). Insgesamt zählt Pfanner in Europa zwölf Tochterunternehmen. Die Wurzeln reichen in das Jahr 1856 zurück.

Wirtschaftspresseagentur.com

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