Geothermie-Bohrung in St. Gallen: Zukunft fraglich

Das Geothermie-Projekt im St. Gallener Sittertobel lieferte nicht die erhofften Ergebnisse.
Das Geothermie-Projekt im St. Gallener Sittertobel lieferte nicht die erhofften Ergebnisse. ©Stadt St. Gallen
Die Probebohrungen für das Geothermie-Projekt in St. Gallen sind ausgewertet. Fazit der Stadt: Die Umsetzung des ursprünglichen Konzepts ist fraglich, jetzt werden andere Nutzungsmöglichkeiten untersucht.

Das Projekt hatte im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, nachdem durch die Bohrung am 20. Juli 2013 ein Erdebeben der Stärke 3,6 ausgelöst worden war. Mikrobeben und ein zweites, wahrnehmbares Beben im Oktober folgten.

Weniger Wasser als erhofft

Mit den nun abgeschlossenen Tests konnte zwar die erhoffte Wasserführung im erschlossenen Malmkalk nachgewiesen werden, allerdings mit einer wesentlich niedrigeren Förderrate wie ursprünglich angestrebt. Die erhofften und prognostizierten hohen Temperaturen in über 4.000 m Tiefe wurden mit über 145 Grad Celsius dagegen leicht übertroffen.

Gas und Erdbebenaktivität

Erschwerend komme hinzu dass das Wasser gleichzeitig Gas mitführt, zusammen mit der niedrigen Förderrate stelle dies das geplante Betriebskonzept in Frage, so die Stadt St. Gallen in einer Aussendung am Donnerstag. Erschwerend wirke sich die seismische Aktivität rund um das Bohrloch aus.

Bis Mitte 2014 wollen die Verantwortlichen nun verschiedene Konzepte prüfen, was die zukünftige Nutzung des Bohrlochs betrifft bzw. ob das Projetkt überhaupt eingestellt wird. Neben der technischen Machbarkeit gelte es auch finanzielle, politische, rechtliche und behördliche Rahmenbedingungen zu klären. Die bisher aufgelaufenen Investitionskosten betragen rund 43,8 Mio. CHF (rund 35,9 Mio. Euro). (red)

Mehr Ergebnisse zum Bohrungsprojekt finden sich auf www.geothermie.stadt.sg.ch.

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