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Generation Beziehungsunfähig - Kritik und Trailer zum Film

Hauptfigur Tim ist schon seit Längerem Single. Irgendwie findet der Autor Frauen anstrengend, zu viele Gefühle und so. Dann lernt er Ghost kennen, eine Frau, die ihm Rätsel aufgibt. Die beiden treffen sich öfter zu unverbindlichem Sex. Doch als Tim beginnt, Gefühle für Ghost aufzubauen, meldet sie sich nicht mehr. Sie ghostet Tim, so nennt man das, wenn der andere plötzlich abtaucht. Was nun?

Das Buch "Generation Beziehungsunfähig" von Michael Nast hat vor einigen Jahren ordentlich Debatten ausgelöst: Läuft das heute wirklich so bei vielen Menschen? Will sich niemand mehr binden, weil um die Ecke etwas Besseres warten könnte? Nun kommt die starbesetzte Verfilmung des Bestsellers gleichen Titels am Donnerstag ins Kino.

Generation Beziehungsunfähig - Kurzinhalt zum Film

Tim (Frederick Lau) fährt gerne Rennrad und findet es irgendwie anstrengend mit den Frauen, die verlieben sich immer gleich. Vor einigen Jahren hat er mal ein Buch geschrieben, dessen Restbestände längst geschreddert sind und nun als Konfetti auf einer Party landen. Hier und da hat er Sex, ohne Verpflichtungen natürlich.

An einer Tankstelle lernt Tim dann Ghost (Luise Heyer) kennen, eine unnahbare Frau, die ihm das letzte Stracciatella-Eis klaut. Bei Bekannten treffen sich beide zufällig wieder. Sie will noch zu einer Kostümparty und geistert mit einem Bettlaken durch Köln. Das ist natürlich eine hübsche Idee - denn angespielt wird auf das Schicksal, das Tim droht: Er wird geghostet. So nennt man es, wenn sich der andere nach einigen Dates einfach nicht mehr meldet.

Obwohl Tim also Gefühle für die mysteriöse Frau entwickelt, beide sich zu unverbindlichem Sex treffen, wird er von Ghost plötzlich hängengelassen. Der Film von Helena Hufnagel ("Einmal bitte alles") taucht in eine Welt ein, die nach Klischee klingt, der Realität aber näher ist als man vielleicht glauben mag. Zum Abgleich lohnt ein Blick in die Beisln österreichischer Großstädte.

Generation Beziehungsunfähig - Die Kritik

Der Baukasten für die Komödie: Mann mit fancy Fahrrad, Frau mit großer Klappe, "Dummy"-Magazine auf dem Klo und eine App, die an Datingportale wie Tinder und Bumble erinnert. Dazu Sprüche wie "We are out of Sojamilch" und Musik von AnnenMayKantereit, klar, wie sollte es auch anders sein. Manches im Film ist eher platt geraten. Die Schauspielerinnen und Schauspieler aber hauen vieles wieder raus.

Der Film macht ein Fragezeichen hinter vieles - sowohl hinter Dauersingles als auch hinter Paarbeziehungen ("Reicht es nicht, dass ihr sonntags spazieren geht? Müsst ihr jetzt auch noch heiraten?"). Gezeigt wird eine Welt, in der ein gemeinsamer Nachmittag auf dem Sofa deutlich mehr Verunsicherung auslöst als Sex unter Fremden. Am Ende geht es wohl um eine Frage, die uns alle begleitet: Sind wir mutig genug, uns vor anderen verletzlich zu machen?

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(APA/Red)

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