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Gemüse statt Kühe: Warum Rindernarr Simon Vetter die Viehhaltung aufgegeben hat

Bio-Bauer Simon Vetter gibt die Viehzucht auf.
Bio-Bauer Simon Vetter gibt die Viehzucht auf. ©Pixabay, VOL.AT/Rauch, Oliver Lerch
Biobauer Simon Vetter aus Lustenau hat die Viehhaltung aufgegeben und will sich künftig auf Gemüse konzentrieren. Doch warum das Umdenken?

"Die Corona-Pandemie fordert auch bei uns am Vetterhof so manche Veränderungen ein", schreibt Landwirt Simon Vetter aus Lustenau auf seiner Homepage. "Unter anderem auch, dass wir uns mehr aufs Wesentliche fokussieren wollen, um das auch weiterhin gut und gern zu machen." Doch was war passiert? Der Vetterhof ist in Vorarlberg und Umgebung bekannt für Gemüsekisten und feinstes Rindfleisch. Zweiteres ist jetzt Geschichte. Der Biobauer war bisher als Rindernarr bekannt. "Die glücklich behornten Paarhufer sind Teil unserer Indentität", liest man auf der Website. Trotzdem hat er kurzfristig seine Herde verkauft. Die viralen Zeiten hätten künftig anderes mit ihm vor: " Die liebevolle Hege und Pflege unseres lieben Viehs lässt sich immer weniger mit unseren wachsenden Gemüsekulturen vereinen."

Vetter will sich künftig mehr auf Gemüse konzentrieren. Bild: Klaus Hartinger

Rhesi: Pachtkonflikt vermeiden

Der Hauptgrund für das Ende der Viehzucht am Hof und den Abschied von der "geliebten Rinder-Herde" ist wie Vetter erklärt vor allem einer: In absehbarer Zeit wird der Bauer durch das Hochwasserschutzprojekt Rhesi relativ viel Pachtland verlieren. Diesen Pachtkonflikt möchte er nun nach eigener Aussage umgehen. Die Entscheidung war auch keine leichte: "Wir haben lang hin und her überlegt, wie wir mit der neuen Situation bestmöglich umgehen können", schreibt Vetter. Die Mutterkühe wurden "schweren Herzens, aber mit gutem Gewissen" hergegeben. Vor ein paar Tagen wurden die letzten Kühe abgeholt.

Gemüse als Kernkompetenz

Einen Teil der Aubrac-Herde nehmen zwei Ländle-Biobauern und langjährige Partner des Vetterhofs zu sich. Ein anderer Teil der Rinder wurde geschlachtet. Zwar stehen jetzt am Hof keine Kühe mehr, im Hofladen soll es aber weiterhin feines Bio-Rindfleisch zu ausgewählten Terminen geben. Dafür kooperiert der Biobauernhof mit drei weiteren Höfen - mit zweien, die Tiere halten und mit einem anderen mit ebenfalls viehlosen Gemüsebetrieb. "Wir erhöhen unsere Diversität in puncto Gemüsebau mit Hochdruck", heißt es auf der Website des Vetterhofes. "Denn die Welt zwischen Aubergine und Zucchini ist und bleibt einfach unsere Kernkompetenz." In Zukunft wird es in Vetters Gemüsekiste also noch mehr vielfältiges und buntes Gemüse geben. Auch die eine oder andere Neuheit soll bald auf den heimischen Tellern landen.

(VOL.AT)

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