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Geht der Liechtensteiner Fürst ins Wiener Exil?

Hans Adam II., Monarch von Liechtenstein, droht seinen Landsleuten mit einer Übersiedelung nach Wien!

Fürst Hans Adam II. von Liechtenstein ist verärgert, weil Landtag und Regierung einer von ihm geforderten Verfassungsreform partout nicht zustimmen wollen. Diese sieht eine deutliche Verlagerung politischer Kompetenzen vom Landtag auf den Fürsten vor. Durchlaucht hofft nun, dass die 30.000 Einwohner des Kleinstaates seine Reform per Volksentscheid absegnen werden. Für den Fall, dass sich auch das Volk bockig zeigen sollte, hat der Monarch aber schon einmal vorsorglich mit der Auswanderung der Fürstenfamilie ins benachbarte Österreich gedroht.

“Wir wären dann nicht mehr bereit, hier ein Staatsoberhaupt zu stellen, das noch politische Verantwortung trägt”, ließ er die Liechtensteiner kürzlich wissen. In einem Interview erklärte er: “Ich würde mit meiner Familie den Wohnsitz von Vaduz nach Wien verlegen und dann würden wir die weitere Entwicklung abwarten”.

Schon einma, 1995, hatte das Staatsoberhaupt Liechtensteins eine ähnliche Drohung ausgesprochen. Allein: Die blieb damals folgenlos.

Dementsprechend gelassen reagieren die Liechtensteiner heute auf die neuerlichen Auswanderungspläne. “So mancher denkt sich inzwischen: ’Dann soll er halt gehen!’”, meint ein Regierungsvertreter.

Eine Volksabstimmung wird immer wahrscheinlicher. Der Fürst hat allerdings bisher noch nicht damit begonnen, die dafür notwendigen 1500 Unterschriften zu sammeln. Sollten sich die Bürger dann an der Urne gegen die Wünsche ihres Staatsoberhauptes (54) stellen, könnte sich dieser aber immer noch durch eine Übergabe der Verantwortung an den Thronfolger, Erbprinz Alois (31), aus der Affäre ziehen. (29.9.99)

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