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"Gefährliche Liebschaften" bei den Festspielen

Bregenz - Die Liebe kann gefährlich sein, vor allem wenn wie in dem Stück "Gefährliche Liebschaften" Intriganten ihr böses Spiel mit den Verliebten treiben.

Die Bühnenfassung des Briten Christopher Hampton nach dem Ende des 18. Jahrhunderts entstandenen Briefroman von Choderlos de Laclos erlebte 1987 ihre deutschsprachige Erstaufführung am Theater an der Josefstadt in Wien. Am Donnerstagabend feierte die Inszenierung von Janusz Kica, die seit März in Wien aufgeführt wird, in einem Gastspiel der Josefstädter bei den Bregenzer Festspielen Premiere.

Das Bühnenbild von Kaspar Zwimpfer fällt wohltuend sparsam aus. Es besteht lediglich aus drei beweglichen Wänden, die Raumveränderungen simulieren. Ansonsten bleibt alles ganz konzentriert auf das Schauspiel und die Themen des Stücks: Verführung, Instrumentalisierung, Verrat, Rache, Liebe und Tod. Die beiden Hauptfiguren, Marquise de Merteuil und Vicomte de Valmont, missbrauchen die Gefühle anderer zu ihrem eigenen Vergnügen und zur Befriedigung ihrer Rachegelüste, am Ende läuft in dem Stück alles auf „Siegen oder Sterben“ hinaus.

Der souveränen Andrea Jonasson ist die Rolle der unsentimental-kühlen und raffinierten Marquise de Merteuil wie auf den Leib geschrieben. In die Rolle des Charmeurs Vicomte de Valmont, der am Ende Opfer seiner eigenen Verstrickungen wird, schlüpfte Intendant Herbert Föttinger, der durchaus glaubwürdig den großen Liebhaber gab. Bei beiden Figuren schimmerte zart eine gewisse Verletztheit, innere Leere und die Suche nach Gefühl durch.

Die Leistungen von Föttinger und Jonasson trugen das Stück, das nach einiger Kritik von ursprünglich rund drei auf etwa zweieinhalb Stunden gestrafft wurde. Etwas blass blieb die „wahre Liebe“ Valmonts, die Präsidentin de Tourvel, was aber eher an der Bühnenfassung als an der Schauspielerin liegen dürfte. Maria Köstlinger litt jedenfalls gekonnt. Auf der Bühne zu sehen waren außerdem u.a. Louise Martini als Tante des Vicomte und Sona McDonald als Madame de Volanges, die routiniertes Schauspiel boten.

Man hätte sich die „Gefährlichen Liebschaften“ im Gesamten etwas böser gewünscht, zudem wollten sich Emotionen beim Zuschauer nicht so recht einstellen. Doch auch wenn bis auf die Kostüme keine Aktualisierung zu erkennen war – vermutlich ist das bei einem so zeitlosen Thema wie der Liebe auch nicht zwingend notwendig – handelt es sich um eine insgesamt sehr gelungene Inszenierung. Das mit Bonmots und Wortspielen durchsetzte Stück wurde vom Publikum – darunter auch Peter Turrini – mit lang anhaltendem Applaus bedacht, Andrea Jonasson erntete sogar Bravo-Rufe.

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