Gastronomische Hochburg mit viel Tradition

Der Rankweiler Bahnhof mit Hotel Hoher Freschen und Gasthaus Bären
Der Rankweiler Bahnhof mit Hotel Hoher Freschen und Gasthaus Bären ©Christof Egle
 Gemeindearchivar Norbert Schnetzer auf den Spuren der Rankler Gasthausgeschichte
Tour durch Rankweiler Gasthausgeschichte

 

Rankweil. Dass die Marktgemeinde Rankweil sowohl gastronomisch zu den absoluten Topdestinationen des Landes zählt ist wohl kein Geheimnis. Neben den aktuell, teils schon sehr lange, bestehenden Gasthäusern, gab es im Laufe der Vergangenheit zahlreiche weitere Vertreter der Zunft, die ihren Betrieb aber schon wieder eingestellt haben. Insgesamt belegt sind laut Archivar Norbert Schnetzer, der in Zusammenarbeit mit der Gemeinde die Besucher zu einem Rundgang durch die Gasthausgeschichte geladen hatte, insgesamt 45 Gasthäuser und Cafés. Blickt man zurück auf eine Quelle von 1857, so hatte Rankweil damals 2250 Einwohner und 24 Gasthäuser – womit ein Haus auf rund 100 Einwohner kam. Verglichen mit heute wären das dann in etwa 130 Wirtshäuser. So viele hat die Marktgemeinde nicht, verweist aber immer noch auf eine enorm hohe gastronomische Dichte und Vielfalt. Dieser Umstand ist historisch gewachsen, hauptverantwortlich waren dafür das Recht einen Markt zu veranstalten, das sehr starke Zunftwesen und vor allem natürlich der Umstand das Rankweil seit dem 12. Jahrhundert ein Wallfahrtsort ist. Die starke Verbindung zur Basilika tritt auch in der Namensgebung zu Tage. Der Adler (Johannes), der Ochsen (Lukas), der Löwen (Markus) und der Engel (Matthäus) waren Synonyme für die vier Evangelisten. Auch Teile der Jünger Jesu kommen sinnbildlich in der Namengebung vor. Der zumindest teilweise noch geöffnete Schneeberg führt als Symbol den Schlüssel und steht für den heiligen Petrus, der Rankweiler Hof mit dem Schwert den Jünger Paulus.

Archivar Schnetzer erschloss den Zuhörern auch die Hintergründe der Bahnstraße: Nach dem Bau der Haltestelle – damals noch weit weg vom Zentrum – schossen dort neue Betriebe wie der Freschen, der Bären, das Hörnlingen, der Hirschen, der Löwen, die Traube, aber auch der Engel oder das Schäfle wie Pilze aus dem Boden. Einige von diesen bestehen bis heute, anderen entnimmt man ihre ehemalige Funktion noch immer ihrem Erscheinungsbild, andere wurden bereits abgerissen oder dienen nun anderen Zwecken. Schließlich vermutet man, laut Schnetzer, dass sogar das heutige Rathaus ehemals ein Gasthaus – die mehrfach historisch belegte, aber nie geographisch genau verortete Taverne – war. Der Eingang mit Doppelstiege und in der Mitte darunter der Kellereingang stellen ein klares Indiz dafür dar. CEG

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