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Gastro-Großprojekt in der Innenstadt: Anrainer befürchten "totalen Kollaps"

Die Anrainer befürchten "den totalen Kollaps".
Die Anrainer befürchten "den totalen Kollaps". ©handout/Bürgerkomitee
Das Gastronomie-Projekt in der Dornbirner Schulgasse ruft die Anrainer auf den Plan. Sie rechnen mit einer großen Belastung.
Bürgerkomitee gegen Gastro-Projekt
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In der Schulgasse in der Dornbirner Innenstadt soll ein großes Gastronomie-Projekt entstehen. Auch eine Nachtbar mit Öffnungszeiten bis 4 Uhr wurde bereits beantragt. Das ruft nun die Anrainer des gesamten Quartiers auf den Plan. Diese haben bereits vor über 11 Jahren das Bürgerkomitee Mozartstraße formiert, um der Verschlechterung der Wohn- und Lebensqualität entgegenzuwirken. Trotz 11 Jahren voller Gespräche, Proteste und Versprechen seitens der Politik sehen sich die Anrainer belastet: Täglich fahren rund 8.000 Autos durch die Straßen. Durch die Zulieferungen für den Handel beginnt der Lärm zudem bereits am frühen Morgen. Es fehle die Präsenz und nötige Geschwindigkeitskontrollen seitens der Stadtpolizei. Sehr viele Schweizer würden zudem zusätzlich das Quartier befahren, wenn sie die Innenstadt besuchen, statt die Stadtgarage zu nutzen. Auch Vandalismus, Littering und nächtlicher Lärm durch Fußgänger und Verkehr belasten die Bewohner.

"Machtkampf" schadet Anrainern

"Die einzige halbwegs beruhigte Verkehrszeit in der Nacht wird den Quartiersbewohnern nun geraubt", schreibt das Bürgerkomitee in einer Aussendung. "Mit dem Gastronomieprojekt inkl. Eisdiele, Restaurants, Gastgärten, Terrassen und Nachtbar werden die Straßen auf eine Vollauslastung von bis zu 22 Stunden getrieben." Der Machtkampf um Geld, Boden und Rechte zwischen Stadt und Betreiber werde auf dem Rücken der Anrainer ausgetragen und behindere seit Jahren weitreichende nachhaltige Entscheidungen für eine Fußgängerzone und eine unterirdisches Verkehrskonzept, das Bewohner entlasten würde. "Diese Blockade führt dazu, dass man das Gesamtkonzept der Stadtentwicklung und die Visionen für den öffentlichen Raum aus den Augen verlor und stückchenweise unglücklich Projekte umsetzt", ist sich das Komitee sicher.

Das Bürgerkomitee protestiert gegen die Pläne. Bild: handout/Bürgerkomitee

Gelungener Mix nötig

Die Essenz des Verkehrskonzeptes der Stadt Dornbirn beinhalte, dass man nicht durch die Stadt durchfahre, sondern wie in einem Kammersystem hineinfahre. "Am Kern einer Kammer eine Partymeile kann doch wohl nicht sein. Alleine die Mozartstrasse führt mitten durchs Wohngebiet von ca. 500 Bürgerinnen und Bürgern. Nachtgastronomie / Club und Partymeile haben hier nichts zu suchen!", verdeutlichen die Bürger. Es brauche einen gelungenen Mix an Wohn-, Handels- und Gastroflächen. "Ein Gastro-Mega-Projekt mit fast durchgehenden Öffnungszeiten am Ende einer geplanten und erwünschten Sackgasse mitten in der Innenstadt im Wohngebiet darf nicht in dieser Weise betrieben werden", so die Anrainer.

"Der totale Kollaps"

Die Bewohner des Quartiers fordern, dass die Stadt ihre Versprechen hält und die geplante Fußgängerzone Schulgasse unbedingt und sofort umsetzt, sofern man eine weitere Ausfahrt in die Stadtstraße realisiert. Ansonsten würde nämlich der gesamte Garagenverkehr wieder in der Mozartstraße landen. Ein Gastrokonzept dieser Größenordnung mit dem jetzigen Verkehrsregime wäre aus Sicht der Anrainer "der totale Kollaps". "Öffnungszeiten nach 24.00 Uhr von Gastronomiebetrieben in Wohngebieten gefährden den Lebens- und Wohnraum der Bewohner der Mozartstraße, Sala, Moosmahdstraße u.a. und wird als Angriff verstanden." Die Stadtpolitik habe die Aufgabe, die Interessen aller Bürger so zu koordinieren, sodass sie hier leben und arbeiten können. Die Gastronomie in der Fußgängerzone und am Marktplatz habe die Bewohner vertrieben. Nur mehr selten finde man ein bewohntes Objekt im Obergeschoß. "Denn, ohne Abend- und Nachtruhe gibt es keine Lebensqualität", so die Bürger.

Die Anrainer der Mozartstrasse, Moosmahdstrasse, Sala und Schulgasse fordern:

Verkehrsberuhigung

  • Versprochene Fußgängerzone von Sparkasse bis Realschulstraße sofort umsetzen
  • Pilotprojekt starten
  • Zusätzliche Ausfahrt für die Tiefgaragen
  • Parkleitsystem. Die motorisierten Besucherströme mittels Parkleitsystem zuerst in die Stadtgarage leiten
  • Mozartstraße als Begegnungszone definieren

Lärm

  • Keine Nachtgastronomie/Club/Events/Disco
  • Gastronomie indoor bis höchstens 24 Uhr
  • Gastronomie outdoor bis höchstens 22 Uhr
  • Polizeipräsenz mit Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen
  • Getunte Autos bewusst aus dem Verkehr ziehen

Attraktivität

  • Das Gemeinwohl nicht aus den Augen verlieren
  • Ausgeglichener Mix an Wohn-, Handels- und Gastroflächen inkl. Bildungscampus und Erholungsgebiet
  • Innenstadt als Lebensraum und Existenzgrundlage für alle sichern

(VOL.AT)

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