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Gastro-Aktion "5 vor 12": Warum ein Bregenzer Lokal trotz Lockdown "aufsperrt"

Mit der Aktion "5 vor 12" protestieren Wirte gegen die Verlängerung des Lockdown. Mit dabei ist auch Günther Hellrigl vom Lokal "Drehscheibe" in Bregenz.
Bregenz: Aktion "5 vor 12"
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Rund 150 Restaurants, Bars und Cafés in Österreich öffneten am Montag trotz Lockdown. Auch der Bregenzer Lokalbetreiber Günther Hellrigl hat sich der österreichweiten Protestaktion angeschlossen. Diese steht unter dem Motto "5 vor 12" und soll auf die schwierige Situation der Gastronomie aufmerksam machen. Hellrigl hat am Montag um 12 Uhr sein Lokal "Drehscheibe" in Bregenz "aufgesperrt".

"Wir sind keine Wutwirte, wir wollen nur auf die triste Situation aufmerksam machen", meint Hellrigl. Statt Gästen war allerdings nur Musiker Gerry zu Gast. Auch ausgeschenkt wurde nichts. "Wir haben keinen Publikumsverkehr, wir haben nur Medienvertreter eingeladen." Die Aktion soll aufzeigen: "So kann es nicht weiter gehen." Existenzen seien bedroht, es gebe Folgeschäden.

Die "Drehscheibe" in Bregen macht bei der Aktion "5 vor 12" mit. Bild: VOL.AT/Mayer

Grabkerzen und "Todesanzeige"

Bei der Aktion werden Grabkerzen in den Auslagen und an Fenstern platziert. An der Tür der "Drehscheibe" prangt zudem eine "Todesanzeige" für das Lokal. Diese Zeichen sollen den Tod der Branche durch das Fehlen der Gäste darstellen. Die Aktion soll bewusst provozieren.

Noch vor der Aktion wurden Vorwürfe laut, alle teilnehmenden Wirte seien Coronaverweigerer oder - leugner, da sie trotz Lockdown und Betretungsverbot ihr Lokal öffnen. Das stimme so nicht, meint Hellrigl: "Corona verdient Respekt. Corona ist da", verdeutlicht er. Leider werde man auch nach dem Lockdown damit leben müssen. "Man muss einfach gewisse Dinge einhalten und dann können wir damit leben."

Eingeladen waren nur Medienvertreter - ohne Gäste und Ausschank. Bild: VOL.AT/Mayer

"Mir sind die Hände gebunden"

"Die Leute würden liebend gerne kommen", meint Hellrigl gegenüber VOL.AT. Doch sie dürfen leider nicht. "Mir sind die Hände gebunden", meint der Wirt. Da er sich nicht strafbar machen wolle, halte er das Lokal geschlossen. Über Wasser halte er sich mit Getränkelieferungen, er liefere Bier, Most, Wein und Co. zu seinen Gästen nach Hause. "Dort finden wir dann halt vielfach Parties mit zehn oder mehr Leuten", so Hellrigl.

Wenn die Lokale geöffnet haben dürften - wenn auch mit eingeschränkter Sitzplatzanzahl und strengen Bestimmungen - dann gäbe es weniger private Coronaparties, ist er sich fast sicher. "Leute hört auf das Volk" , hat der Bregenzer Lokalbetreiber eine Botschaft an die Gesetzgeber. "Die Politik muss anfangen mitzudenken", gibt er zu verstehen. Man müsse mit dem Coronavirus leben. "Und nicht alle fünf Minuten eine neue Verordnung, da machen sie sich unglaubwürdig und das macht keinen Spaß."

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(VOL.AT)

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