Gäste in Ländle-Bars tun sich mit Abstandhalten schwer

Branchensprecher Andrew Nussbaumer sprach mit uns über die Probleme beim Abstandhalten.
Branchensprecher Andrew Nussbaumer sprach mit uns über die Probleme beim Abstandhalten. ©Lesereporter/VOL.AT
Einen Meter Abstand einzuhalten, geht sich in so mancher Bar und in kleineren Lokalen nicht immer aus. VOL.AT sprach mit Andrew Nussbaumer, dem Sprecher der Vorarlberger Gastronomen, über das Abstandhalten in der Gastronomie.
Nachtgastronomen zu Bestimmungen

Abstandhalten zur Sicherheit von Gästen und Mitarbeiter. Das gilt in Österreichs Lokalen. Doch in Bars und kleineren Lokalen kann der Abstand nicht immer eingehalten werden. Das zeigt auch dieses Lesereporter-Video, auf dem mehrere Gäste dicht gedrängt an einer Bar in Vorarlberg stehen.

In einem Betrieb, in dem man jahrelang nahe bei einander gewesen sei, sei es schwierig, jetzt diese Regel einzuhalten, erklärt Gastro-Sprecher Andrew Nussbaumer im VOL.AT-Telefoninterview. "Jeder versucht sein Bestes, aber wenn man auf die Toilette geht, was zu trinken holt, was auch immer, dann ist Bewegung da und dann ist es unvermeidlich, dass man aneinander vorbeigeht", gibt der Gastronom zu verstehen. Das sei aber nicht nur in der Nachtgastronomie der Fall: "Das ist in einem Supermarkt das gleiche, wie in einem Baumarkt - das ist einfach überall so."

Wirt muss darauf achten

Zu meinen, dass das nur auf die Gastronomie zutreffe, sei lächerlich. Wenn viele Leute an einem Ort seien, dann sei es etwas ganz Natürliches, dass man sich "ab und zu" etwas näher komme. Selbstverständlich müsse der Wirt darauf achten, dass der Abstand eingehalten werde. "Aber er ist kein Polizist: Er muss auch Getränke ausschenken. Er muss wirtschaftlich handeln können", gibt Nussbaumer zu verstehen. "Wenn er sieht, dass Personen zu nahe beieinander stehen, dann wird er ihnen natürlich auch sagen, dass sie keine Gruppen bilden sollen." Den Abstand immer konsequent zu kontrollieren sei für die Gastronomen schlichtweg unmöglich. "Da müsste jeder einen Hula-Hoop-Reifen tragen und sobald der andere ihn berührt, geht ein Alarm los."

Keine Universallösung

Auch Kanzler Kurz habe auf die Eigenverantwortung verwiesen. "Das ist jetzt die Zukunft", so Nussbaumer. Nicht nur in der Nachtgastronomie, sondern auch in der Bahn, könne der Abstand nicht immer eingehalten werden. "Da muss sich jeder eigenverantwortlich so hinstellen, dass er anderen nicht zu nahe kommt, aber regeln kann man es nicht", erklärt er. Hier gebe es keine Universallösung, da jeder Gast und jedes Lokal individuell sei. Er selbst habe auch keine parat. In seinem eigenen Betrieb habe er auch schon über dieses Thema diskutiert. Man bringe Aufkleber und Markierungen an, die auf das Abstandhalten hinweisen. "Und man appelliert daran, dass sie es auch tun, aber was anderes kann man nicht machen", verdeutlicht der Gastronom. Wenn sich eine größere Gruppe nicht an den Abstand halte und es eine Kontrolle gebe, werde sie zur Rechenschaft gezogen. Aber: "Wenn sie aneinander vorbeilaufen - das ist eine Sekunde - dann gibt es keine Konsequenzen", so Gastro-Sprecher Andrew Nussbaumer.

(Red.)

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