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Froome nach Urin-Attacke unter Polizeischutz

Viele glauben, dass Froome gedopt ist
Viele glauben, dass Froome gedopt ist ©EPA
Nach der Urin-Attacke gegen Christopher Froome ist das britische Team Sky am Sonntag vor der Etappe nach Valence unter Polizeischutz gestellt worden. Sechs Beamte bewachten die Fahrer vor dem Bus. Bei der Einschreibung wurde Froome diesmal mit Applaus bedacht.

Der Spitzenreiter der Tour de France war am Samstag auf der Etappe nach Mende mit einem Becher Urin beworfen worden. Das Sky-Team muss sich offenbar schon seit Tagen mit Anfeindungen vom Straßenrand auseinandersetzen. Laut Richie Porte sei er auf der Etappe nach Le Pierre-Saint-Martin von einem Zuschauer in die Rippen geschlagen worden. Außerdem soll das Teamauto mit vollen Cola-Dosen beworfen worden sein.

Teamchef Dave Brailsford beschrieb Teile des Publikums als “eine Art Fußball-Mob” und Sportdirektor Nicolas Portal ergänzte: “Wo soll das eines Tages hinführen? Ist es bald so wie im Fußball, wo Leute über den Zaun springen und Waffen in der Hand haben?”

Tourchef Christian Prudhomme rief unterdessen die Leute am Straßenrand zu Fairness auf: “Die Zuschauer dürfen ihren Unmut äußern, müssen aber natürlich die Fahrer respektieren und deren Integrität wahren.”

Froome verurteilt Berichterstattung

Froome machte eine “unverantwortliche Berichterstattung” in den Medien für den Vorfall rund 50 km nach dem Etappenstart mitverantwortlich. Der 30-jährige Brite war wegen seiner enormen Leistungen zuletzt immer wieder mit Doping in Verbindung gebracht worden.

Während der Frankreich-Rundfahrt sind nach einem Hacker-Angriff auf sein Team Sky auch sensible Trainingsdaten von Froome an die Öffentlichkeit gelangt. Etwa gibt es in sozialen Netzwerken ein Video seines Tour-Sieges 2013, das mit zahlreichen Leistungsdaten wie Herzrate oder Trittfrequenz unterlegt ist.

Wie schon vor zwei Jahren dominiert Froome die laufende Tour. Bereits auf der ersten Bergetappe am Dienstag in den Pyrenäen führte er seine Rivalen mit einem Solosieg vor. Seither sind die Verdächtigungen wieder neu aufgeflammt. Der Öffentlichkeit bzw. den Fans wollte der Tour-Leader aber keine Schuld an dem Vorfall mit dem Urin-Becher geben.

“Ich habe keine Angst deswegen”

“Die Leute glauben, was sie in den Medien sehen”, betonte Froome. “Es sind nicht alle, aber es gab viel unverantwortliche Berichterstattung und das ist inakzeptabel.” Auf die Frage, ob er weitere Zwischenfälle befürchte, antwortete der gebürtige Kenianer: “Ich habe keine Angst deswegen. Ich hoffe nur, dass das Rennen nicht gestört wird.”

Froome geht mit 3:10 Minuten Vorsprung auf den Kolumbianer Nairo Quintana in die letzte Tour-Woche, in der es in die Alpen geht. Quintana hatte am Samstag auch auf dem Schlussanstieg in Mende attackiert – wenn auch erfolglos. “Nairo schaut im Moment wie die größte Gefahr für mich aus”, meinte Froome.

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