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Freud und Leid geteilt

Charlotte und Karl Ströhle sind füreinander da.
Charlotte und Karl Ströhle sind füreinander da. ©Karin Lässer
Götzis-Arbogast. Auf 65 Ehejahre blicken heute Karl und Charlotte Ströhle zurück. Sie feiern ihr eisernes Hochzeitsfest im engsten Familienkreis.
Eiserne Hochzeit

Charlotte geb. Mathies erblickte in Klösterle das Licht der Welt und erlebte dort mit ihrem Stiefbruder zehn behütete Kinderjahre. Dann wurde sie in die Obhut ihre Tante in Bregenz gegeben, da sie die Hauptschule Thalbach und die Haushaltungsschule Marienberg besuchen sollte. Gerne erinnert sich die Jubilarin an diese schöne Zeit, in der ihr die Tante viel geholfen hat. Charlotte fand eine Anstellung bei der Post, wo sie zehn Jahre sämtliche Dienste ausübte, anschließend arbeitete sie als Sekretärin bei Elektra Bregenz.

Die Wiege von Karl Ströhle stand in Arbogast. „Ich bin mit neun Geschwistern und vielen Nachbarskindern aufgewachsen. Wir waren eine verschworene Gesellschaft und hatten eine wirklich schöne Kindheit“, erinnert sich der Jubilar, der auch in der Landwirtschaft seiner Eltern fest mithelfen musste. Nach der Schule wurde er einberufen und kehrte 1945 aus amerikanischer Gefangenschaft nach Hause zurück. Nach seiner Ausbildung an der HTL arbeitete er bei der Firma Loacker in Bregenz und wechselte dann zu den ÖBB, wo er 34 Jahre als Lokführer und Maschinist tätig war.

Auf Klosamarkt wieder getroffen

1950 lernte Karl seine Charlotte kennen. „Er besuchte meine Tante, ich war damals krank im Bett. Er hat mir geschrieben, dass ich ihm gefalle“, erzählt Charlotte. Auf dem Klosamarkt trafen sie sich wieder, verliebten sich und begannen Zukunftspläne zu schmieden. Am 20. Dezember 1952 gaben sie sich im Bregenzer Standesamt das Jawort, denn ohne Trauschein gab es damals keine Wohnung. Nach einem schönen Hochzeitsfest wohnten die frisch Vermählten fünf Jahre in Götzis und begann dann mit dem Bau ihres Hauses in Arbogast. 1953 wurde kirchlich geheiratet und 1954 begrüßten Charlotte und Karl voller Freude ihre Tochter Traudi.

Schicksalsschläge

1957 kam ihr Sohn Karl-Heinz zur Welt und kurz darauf begann für Charlotte eine Zeit voller Schmerzen und Krankenhausaufenthalte. Sie war sehr dankbar, dass sich Verwandte in diesen drei Jahren um die Kinder kümmerten.1961 war das Haus fertig und die Familie gewöhnte sich langsam ein, als sich Karl im Oktober beim Holzfräsen schwer am Kopf verletzte. Charlotte fand ihn mit einem riesigen Loch im Kopf und die Ärzte gaben ihrem Mann wenig Hoffnung auf Genesung. Nach drei Monaten im Koma, vielen Operationen und zwei Jahren Genesungszeit konnte Karl wieder arbeiten und das Leben der Familie normalisierte sich. Urlauben in Italien und Ski fahren in Warth gaben neue Kraft und mit einem befreundeten Ehepaar erkundeten Charlotte und Karl die Bergwelt. Tochter Traudi erhielt eine Ausbildung zur Krankenschwester und Karl-Heinz studierte am Mozarteum in Salzburg und später angewandte Kunst an der Universität. „Sein Erfolg als Zeichner, Maler, Performance-, Objekt- und Medienkünstler und nicht zuletzt als beliebter Lehrer machte uns glücklich. Er war ein besonderer Mensch, eine Lebensgefährte, der sich um uns und seine Schwester liebevoll sorgte. Sein Tod im August letzten Jahres hat uns tief getroffen“, so das Paar. Nur schwer können sie sich daran gewöhnen, dass er nicht mehr täglich anruft oder auf Besuche vorbeikommt.

Ruhiger Lebensabend

Inzwischen 92 und 93 Jahre alt, sind Charlotte und Karl froh, dass sie nach etlichen schweren Erkrankungen noch gut fast alleine zurechtkommen. Mit ihrer Tochter Traudi, die in der Schweiz verheiratet ist, sind sie in engem Kontakt und mit viel Interesse verfolgen sie die Entwicklung ihres Enkels Pascal. „Wir haben viel gearbeitet, eigentlich immer alles gemeinsam unternommen und sind gut miteinander ausgekommen, zum Glück“, fasst das Paar zusammen.

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