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Fremdsprachige Skischullehrer: Gefragt, aber schwer zu bekommen

Russischsprachige Skilehrer sind zwar gefragt, doch schwer zu bekommen.
Russischsprachige Skilehrer sind zwar gefragt, doch schwer zu bekommen. ©VOL.AT/Hartinger (Symbolbild)
Bregenz/Lech - Während man in der Schweiz gezielt chinesische Skilehrer anwirbt, konzentriert man sich in Vorarlberg vor allem auf den europäischen und russischen Markt. Bei der Anstellung von fremdsprachigen Skilehrern scheitert es meist an der Arbeitsbewilligung.

Die Schweizer Skigebiete konzentrieren sich auf den chinesischen Markt. Wie 20 Minuten berichtete, werden diesen Winter acht chinesische Skilehrer auf den Pisten der Schweiz ihre Landsleute unterrichten. Die Initiative von Schweiz Tourismus soll mehr der äußerst lukrativen chinesischen Touristen in die Eidgenossenschaft locken, die Werbeanstrengungen im Land der Mitte seien enorm. Und von Erfolg geprägt.

Konzentration auf Europa und Russland

In Vorarlberg konzentriert man sich hingegen mehr auf den europäischen und russischen Markt. “In der Schweiz gibt es Orte, die quasi nur von chinesischen Urlaubsgästen besucht werden”, schätzt Andrea Masal von Vorarlberg Tourismus die Schweizer Situation ein. Vorarlberg ziehe hingegen Skiurlauber aus einer breiten Palette von Ländern an. Vorarlberg Tourismus werbe daher vor allem im mitteleuropäischen Raum, aber auch in Osteuropa und Russland. Das Problem: Während der Arlberg und Lech international bekannt sind, werden sie kaum mit Vorarlberg in Verbindung gebracht. Die Marke Vorarlberg müsse daher in vielen Märkten erst aufgebaut werden.

Tirol profitiert von Wintertourismus

“Auf dem asiatischen Markt ist der Städtetourismus in Verbindung mit der Natur dominant”, Wintertourismus sei zwar vorhanden, jedoch keine explizite Zielgruppe, erläutert Ulrike Rauch-Keschmann von Österreich Tourismus. Dennoch ist Tirol als Wintersportort durchaus beliebt. Während Tirol bei den Nächtigungen von chinesischen Gästen mit einem knappen Viertel gleich nach Wien auf Platz zwei liegt, ist Vorarlberg weit abgeschlagen. Bei Gästen aus Russland liegt Tirol gar auf Platz eins. Zwar sind die Werte bei Ländern wie den Niederlanden, Deutschland oder Großbritannien besser, aber immer noch weit hinter Tirol.

Japanische Lehrer am Arlberg

Damit ist auch der Druck auf der Tiroler Seite stärker, fremdsprachige Skilehrer anzuwerben. “Brauchen tun wir sie auf jeden Fall”, bestätigt Caroline Auer von der Skischule Arlberg in St. Anton. Seit Jahren habe man vier japanische Skilehrer mit der bestmöglichen Ausbildung im Team. “Voraussetzung ist eine österreichische Ausbildung”, eine auswärtige Ausbildung werde laut Auer nicht anerkannt. Bevorzugt werden Skilehrer, deren Ausbildung zumindest als “Anwärter” abgeschlossen ist. Dieser kostet gutes Geld, über 5.000 Euro wird von den internationalen Kursbesuchern für eine anerkannte Ausbildung in St. Anton verlangt.

Arbeitsbewilligung als Problem

Benötigt werden die Lehrer mit Beginn der Saison, also mit Dezember. Nach der Ausbildung dauert es jedoch meist einen Monat, bis die entsprechenden Arbeitsbewilligungen ausgestellt sind. “Das ist uns zu spät”, bestätigt Auer. Auf der Vorarlberger Seite des Arlbergs wären beispielsweise Russischkenntnisse durchaus gefragt. Doch mit der Anwerbung von auswärtigen Skischullehrern tut man sich aus denselben Gründen schwer. “Es ist für Russen sehr schwer, bei uns eine Arbeitsbewilligung zu bekommen”, weiß Margit Dressel von der Skischule Lech. Zwar gäbe es nur sehr wenige Bewerbungen aus dem Ausland, doch würde man die Augen nach umfassenden Fremdsprachenkenntnissen offenhalten.

 

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