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Forscher weisen intaktes Coronavirus in Aerosolen nach

Unklar ist noch, wie groß die Viruslast der Aerosole tatsächlich ist
Unklar ist noch, wie groß die Viruslast der Aerosole tatsächlich ist ©Pixabay
In Räumen zwei Meter Sicherheitsabstand zu wahren, könne ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln, heißt es in der Studie. Forscher fanden aktive Sars-CoV-2-Partikel auch noch in fünf Metern Entfernung.
Welche Rolle spielen Aerosole?

Jetzt haben US-Forscher in Versuchen bestätigt, dass von Corona-Infizierten ausgestoßene Aerosole intakte Viruspartikel enthalten können. Das sei eine Bestätigung dafür, dass Sars-CoV-2 wahrscheinlich auch über die winzigen, lange in der Luft verbleibenden Schwebeteilchen übertragen werden kann.

In Räumen eineinhalb oder auch zwei Meter Sicherheitsabstand zu wahren, könne mithin ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln, heißt es in der Studie. Diese ist allerdings noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht und damit noch nicht von unabhängigen Gutachtern geprüft.

Aktive Partikel in fünf Metern Entfernung

Womöglich funktioniert die Verbreitung per Aerosole über weitere Strecken als bisher angenommen.

Die Forscher um John Lednicky von der University of Florida in Gainesville untersuchten nun Proben der Raumluft aus der Umgebung zweier Covid-19-Patienten in einem Klinikzimmer. Selbst aus Proben, die in fast fünf Metern Abstand zu den Patienten genommen worden waren, seien noch aktive Sars-CoV-2-Partikel isoliert worden, berichten die Forscher. Über genetische Analysen sei bestätigt worden, dass diese von dem Patienten mit Covid-19-Atemwegssymptomen im Raum stammten - und nicht etwa aus einem anderen Bereich der Klinik eingetragen wurden.

Wie sehr sind Aerosole für Ansteckungen verantwortlich?

Dass Sars-CoV-2 nicht nur über größere Tröpfchen, sondern auch über winzige Schwebeteilchen übertragen werden kann, gilt schon länger als gesichert. Unklar ist allerdings, wie groß der Anteil der Aerosole bei den Ansteckungen ist. Generell gilt das Risiko in Innenräumen als wesentlich höher als draußen, wo sich Partikel rascher verflüchtigen.

Superspreader über die Luft

Die Analyse sagt nichts darüber aus, ob die Viruslast in der Luft ausreicht, um weitere Menschen anzustecken. Superspreader-Ereignisse etwa bei Chorproben weisen allerdings schon seit längerem darauf hin, dass Viruspartikel in Aerosolen die Infektion vieler Menschen im Umkreis zur Folge haben können.

Service: Das Vorab-Paper mit der Fachartikelnummer DOI: 10.1101/2020.08.03.20167395 wurde am 4. August veröffentlicht:

(APA)

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