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FM Hämmerle geht in Insolvenz

Dornbirn - Arbeiterkammer-Präsident Hubert Hämmerle hat am Donnerstag Vormittag gegenüber VOL Live bestätigt, dass das traditionsreiche Dornbirner Textilunternehmen F.M. Hämmerle fix den Gang vor den Insolvenzrichter antreten wird.   |  Reaktion Loacker  | Zwischen Hoffen und Bangen | AK Hämmerle im Interview 

Was mit den rund 300 betroffenen Arbeitnehmern geschehen wird, kann noch nicht gesagt werden, man werde sich aber umfangreich um die Mitarbeiter kümmern, so Hämmerle. Betroffen sind Arbeiter in den Betriebsstätten Fischbach, Sägen und Steinebach. Nicht betroffen ist allerdings die Hämmerle-Spinnerei in Feldkirch-Giesingen, die zur Hämmerle-Holding gehört.

Die Entwicklung der letzten Jahre in der Vorarlberger Textilindustrie, einst Aushängeschild des Bundeslandes, gibt Grund zur Besorgnis. Seit den 60er-Jahren gingen rund 13.000 Arbeitsplätze in der heimischen Textilindustrie verloren, allein in den vergangenen sieben Jahren verloren 600 Menschen ihren Arbeitsplatz. Unternehmen wie Textilservice Sulzenbacher, Degerdon, Gebrüder Wolff und jetzt eben F.M. Hämmerle waren von Insolvenzen betroffen.

Gegenüber den „VN“ macht Hahnl für die schlechte finanzielle Lage des Unternehmens Umsatzeinbrüche sowie einen weiterhin zu niedrigen Auftragsbestand verantwortlich. Mit seinen Preisen habe Hämmerle gegenüber der starken asiatischen Konkurrenz nicht bestehen können. Hahnl hat die Textilwerke Hämmerle im Jahre 2000 übernommen und ist über die Hahnl-Familienstiftung Mehrheitseigentümer. Schon vor der Übernahme befand sich das Unternehmen am Rande einer Insolvenz.

Landeshauptmann Herbert Sausgruber hat in einem Gespräch mit dem Arbeitsmarktservice Vorarlberg und der AK Einvernehmen darüber erzielt, dass für die betroffenen Mitarbeiter eine Arbeitsstiftung eingerichtet wird. Eine direkte Finanzspritze für das Unternehmen sei allerdings kein Thema.

Vorbericht der Austria Presse Agentur

Am Mittwoch wurden die Beschäftigten in einer Betriebsinformation über die schwierige Lage des Unternehmens in Kenntnis gesetzt, so die AK. Die Geschäftsleitung habe angekündigt, die Geschäftszahlen zu analysieren und dann eine Entscheidung zu treffen, so der Betriebsrat Reinold Diem gegenüber der APA.

Die 140 Angestellten hätten bis auf wenige Ausnahmen kein Urlaubsgeld erhalten, ein Teil der am 15. Juli fällig gewordenen Löhne der 160 Arbeiter sei ebenfalls nicht ausbezahlt worden, hieß es vonseiten der AK. Die Chancen der Arbeiter auf dem Arbeitsmarkt beurteilte AK-Präsident Hubert Hämmerle insofern schlecht, als ihr Altersdurchschnitt bei rund 50 Jahren liege.

Als Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten habe die Geschäftsleitung einen Umsatzeinbruch in den vergangenen Monaten genannt, so Diem. Am Mittwoch beriet sich die Geschäftsleitung mit Rechtsanwälten über die Situation des Unternehmens. Geschäftsführer Josef Hahnl war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Aus dem Büro von Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) hieß es, man habe umgehend mit dem AMS Kontakt aufgenommen, eine Arbeitsstiftung werde eingerichtet, sollte der schlimmste Fall eintreten. Man wolle zunächst aber die laufenden Gespräche abwarten. Sausgruber sicherte den möglichen Betroffenen seitens des Landes rasche Hilfe zu. Die AK kündigte an, dass ihre Rechtsexperten den ganzen Sommer zur Betreuung zur Verfügung stehen werden.

F.M. Hämmerle wurde im Jahr 1836 gegründet und zählt zu den traditionsreichsten Textilunternehmen Vorarlbergs. Das Unternehmen ist in den Bereichen Garnfärberei, Weberei und Texilveredelung tätig, produziert Bettwäsche und Berufskleidung. 2007 erwirtschaftete das Unternehmen rund 27 bis 28 Mio. Euro Umsatz. Sollte F.M. Hämmerle in Konkurs gehen, würde sich das Unternehmen in eine lange Reihe von Textilpleiten in Vorarlberg einfügen, zuletzt war 2007 die Wirkwarenfabrik Wolff GmbH mit 320 Mitarbeitern in Hard (Bezirk Bregenz) und 26 Mio. Euro Passiva betroffen. Auch der bisher größte Konkurs in Vorarlberg ging auf das Konto einer Textilfirma: Die Benedikt Mäser Textilwerke KG in Dornbirn ging im Jahr 1991 mit Passiva von 91 Mio. Euro in die Pleite.

Ak-Präsident Hämmerle im Interview:

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