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Flutkatastrophe weitete sich aus

Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland und Tschechien hat am Mittwoch immer schlimmere Ausmaße angenommen. In Alarm sind die Rettungskräfte in Sachsen-Anhalt.

Im Süden Sachsen-Anhalts wuchs die Angst vor einer Jahrhundertflut des Flusses Mulde. Auch in der bayerischen Donaustadt Regensburg war die Lage dramatisch. In Dresden kämpften in der Nacht tausende Menschen gegen die Folgen der Überschwemmung. In Sachsen kamen mindesten sechs Menschen ums Leben, 95 wurden verletzt. Aus Tschechien rollte eine Flutwelle auf Deutschland zu. In Prag drohte das Hochwasser der Moldau die historische Altstadt zu überschwemmen. In Passau entspannte sich die Situation unterdessen allmählich.

In der Stadt Dessau und im Landkreis Bitterfeld herrschte Katastrophenalarm, eine acht Meter hohe Flutwelle der Mulde wurde erwartet. In der Innenstadt von Dessau wurden Straßen und Gebäude mit Sandsäcken gesichert. Über 700 Helfer waren pausenlos im Einsatz. Tausende Menschen wurden in der Region Sicherheit gebracht, aus Sorge vor Plünderungen harrten jedoch einige in ihren Häusern aus.

In Dresden wurde am Vormittag wieder mit einer Verschärfung der Situation gerechnet, da das Hochwasser der Elbe von Tschechien aus erneut extrem stieg. Im Einzugsbereich der Mulde wie in Grimma und Eilenburg waren durch Unterspülungen etliche Gebäude einsturzgefährdet. In vielen Teilen Sachsens kam es zu dramatischen Rettungsaktionen. Ein noch Unbekannter stürzte bei einem Bergungsversuch mit dem Hubschrauber in Freital ab und starb im Krankenhaus.

In Regensburg stieg die Donau viel schneller als erwartet. Am Nachmittag sollte der Pegel bei 6,70 Meter liegen – höher als beim bisher höchsten Stand im Jahr 1988 (6,59 Meter). Rund 600 Helfer waren am Mittwochmorgen im Einsatz, sie konnten aber nicht verhindern, dass die Donauinseln, Teile der historischen Altstadt und einige andere Stadtviertel unter Wasser standen. Auch im Landkreis Regensburg war es kritisch. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das ist eine einzige Katastrophe. Es ist überall Land unter“, sagte eine Sprecherin des Landratsamts.

In Prag ließ die Feuerwehr wegen des Hochwassers weitere Bezirke evakuieren. Die Moldau stieg weiter. Der Krisenstab schloss nicht aus, dass der reißende Fluss die Absperrungen aus Sandsäcken und Metallwänden überwindet und die historische Altstadt überschwemmt. Während sich im südböhmischen Raum Budweis die Lage langsam entspannte, wurde es in der nordböhmischen Grenzregion zu Sachsen kritisch.

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