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Flüchtlings-Odyssee: Von Tunesien nach Vorarlberg und wieder retour

Über 400 Menschen mussten bei dem Versuch aus Afrika nach Europa zu fliehen ihr Leben lassen. Die Schlepper stechen mit Schiffen, die alles andere als hochseetauglich und vollkommen überfüllt sind, in See. Bereits 2011 hat VOL.AT mit exklusiven Bildern, die der Flüchtling Ahmed aufnahm, von den katastrophalen Zuständen berichtet.
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VOL.AT zeigt aus aktuellem Anlass nochmals das exklusive Bildmaterial des Tunesiers Ahmed* (30), der 2011 seine Flucht aus Tunesien bis nach Europa mitgefilmt hat. Die Bilder zeigen, wie dramatisch die Zustände in den Lagern sind und wie hilflos Europa mit der Situation umgeht. Knapp zwei Jahre sind seit den Aufnahmen vergangen. Geändert hat sich, wie die jüngsten tragischen Ereignisse zeigen, nicht viel. Ob und wie Europa nun künftig derartige Dramen verhindern kann, bleibt abzuwarten.

Keine Zukunft in Tunesien

August 2011: Wir treffen Ahmed damals an einem geheimen Ort in Vorarlberg. Zwei Monate zuvor fasste er den Entschluss, seine Freunde und Familie hinter sich zu lassen um sein Glück in Europa zu suchen. Nach den politischen Umwälzungen in Tunesien war es für den 30-jährigen promovierten Informatiker unmöglich Arbeit zu finden. „Seit dem Sturz von Präsident Ben Ali herrscht das Chaos, die wirtschaftliche Situation ist schlecht, Arbeit war fast nicht zu bekommen und auch die Behörden funktionierten nur sehr bedingt“, schilderte der junge Tunesier die Situation in seiner Heimat.

Kein legales Visum erhältlich

„”Ein Freund, der bereits in Europa lebt, gab mir die Telefonnummer eines Schleppers und versprach mir, dass ich hier Arbeit und Papiere bekommen könnte“, erzählt er im VOL.at im Interview.  Auf legalem Weg war es für Ahmed unmöglich ein Visum zu bekommen, weshalb er den Schlepper kontaktierte. „1100 Euro musste er für den Platz auf einem Schiff bezahlen und nur wenige Tage später ging es los.“ Bei der Abfahrt war die Stimmung auf dem Boot noch gut, doch das sollte sich schnell ändern. Schon nach kurzer Zeit merkten die Flüchtlinge, dass die 24-stündige Überfahrt keine Ausflugsfahrt wird. Insgesamt waren es drei Schlepperboote, die sich den Weg über das Meer bahnten, wobei nur eines über ein GPS verfügte. Auf jedem der Boote waren etwa 120 Menschen, die ungeschützt vor Wind und Wetter zusammengekauert an Deck saßen, ohne etwas zu Trinken oder zu Essen. „Viele Menschen wurden seekrank und mussten sich ständig übergeben“, beschrieb er die Überfahrt.

Drama auf hoher See

Damals wie heute hat sich nicht viel verändert. Ahmed berichtete, wie er Menschen beim Ertrinken hilflos zusehen musste. Nur  vier Personen konnten von einem Hubschrauber der italienischen Küstenwache später noch lebend geborgen werden.“ Durchgefroren und von den Strapazen der Reise gezeichnet, wurden die Flüchtlinge nach rund 24 Stunden schließlich von den italienischen Behörden aufgegriffen. Die Italiener überstellten die Flüchtlinge ins Lager auf Lampedusa, das 800 Menschen Platz bieten sollte, in dem aber tatsächlich mehr als 3000 leben müssen. Ahmed konnte sich dann bis nach Vorarlberg durchschlagen, wo er bei einem Freund Unterschlupf fand.

Nach dem VOL.AT-Interview reiste Ahmed auf illegalem Weg weiter nach Frankreich. Dort ist unser Kontakt zu dem Tunesier allerdings abgebrochen. Letzten Informationen zufolge kehrte Ahmed wieder nach Tunesien zurück. Auch in Frankreich konnte er sich den Traum von einem Leben in Wohlstand und Sicherheit nicht erfüllen.

(VOL.AT)

 

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