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Flüchtlinge: Vorarlberg investiert 3,3 Mio. Euro für Arbeitsprojekte

Mittel von 3,3 Mio. Euro für die drei Projekte stammen zu 50 Prozent aus dem Europäischen Sozialfond
Mittel von 3,3 Mio. Euro für die drei Projekte stammen zu 50 Prozent aus dem Europäischen Sozialfond ©VLK/Mair
Bregenz - Um anerkannte Flüchtlinge möglichst rasch in den Arbeitsmarkt integrieren zu können, startet das Land Vorarlberg gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) und der Arbeiterkammer (AK) Vorarlberg Anfang 2016 drei Qualifizierungsinitiativen.
Thema: Asyl in Vorarlberg
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In den kommenden zwei Jahren sind dafür 3,3 Mio. Euro budgetiert, insgesamt 1.600 Personen finden Platz, berichtete Landeshauptmann Markus Wallner. In Vorarlberg werden bis Ende 2015 rund 3.500 Asylwerber leben, “in etwa jeder zweite wird am Ende des Tages auch asylberechtigt sein”, stellte Wallner im Anschluss an die Regierungssitzung am Dienstag in Bregenz in Aussicht. Rund 840 Asylberechtigte seien 2015 als arbeitslos vorgemerkt worden, 800 bis 900 würden im neuen Jahr auf den Arbeitsmarkt drängen. Chancen hätten sie dort aber nur mit ausreichenden Sprachkenntnissen und einer gewissen Qualifizierung, gab Wallner zu bedenken.

Flüchtlinge meist jung aber wenig qualifiziert

Allerdings hätten nach derzeitigen Erkenntnissen fast drei Viertel der Flüchtlinge keine abgeschlossene Berufsausbildung. Anders als erwartet, betrage die Akademikerquote auch bei den Syrern nur rund zehn bis zwölf Prozent, mehr als die Hälfte verfüge hingegen lediglich über eine Pflichtschulausbildung, ergänzte AMS-Landesgeschäftsführer Anton Strini. Positiv wirke sich hingegen aus, dass rund 80 Prozent dieser Menschen jünger als 35 Jahre seien und damit noch leichter, Abschlüsse nachholen könnten. Man müsse deshalb alles daran setzen, diese Menschen so rasch wie möglich aus der Mindestsicherung zu holen, betonte Wallner. Andernfalls würden die Kosten in diesem Bereich explodieren.

Drei verschiedene Projekte

Die drei Projekte, die Anfang 2016 starten seien ein erster Schritt in diese Richtung. Sie richten sich in erster Linie an Konventionsflüchtlinge oder Asylwerber, die “mit hoher Wahrscheinlichkeit” das Bleiberecht erhalten, berichtete der Landeshauptmann. Das Projekt “start2work” unter Federführung der Caritas etwa ist Asylberechtigten ab 19 Jahren mit nur geringen Deutschkenntnissen gewidmet. Ausgelegt auf zwei Jahre für jährlich 400 Personen umfasst es sowohl Deutschkurse und Karrierecoaching als auch die Anerkennung von Zeugnissen oder weiterführende Bildungsangebote.

Die Initiative “Neuland”, die vom Beschäftigungsprojekt Aqua Mühle Vorarlberg umgesetzt wird, steht allen Mindestsicherungsempfängern offen. Im Rahmen des Projektes sollen innerhalb von zwei Jahren insgesamt 600 Personen durch Bildungsimpulse und Arbeitstrainingsmodule in den regulären Arbeitsmarkt integriert werden. “Talent-Scout” schließlich stellt junge Flüchtlinge im Alter von 15 bis 19 Jahren in den Mittelpunkt. Neben Sprach- Kultur- und Wertevermittlung werden laut Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) innerhalb von acht Wochen konkrete Pläne für die berufliche Integration der Jugendlichen erarbeitet.

Sanktionen bei Verweigerung

Wallner machte auch deutlich, dass die Teilnahme an den Projekten nicht nur ein Angebot ist. Wer den Spracherwerb und die Integration in den Arbeitsmarkt verweigere, müsse mit Sanktionen rechnen, sagte der Landeshauptmann. Das Gesetz biete bereits die Möglichkeiten, die Mindestsicherung zu kürzen. “Das ist keine leere Drohung, wir dulden keine Verweigerung”, betonte der Vorarlberger Landeschef.

Die Mittel von 3,3 Mio. Euro für die drei Projekte stammen zu 50 Prozent aus dem Europäischen Sozialfonds, jeweils 800.000 Euro steuern das Land und das AMS Vorarlberg bei. Spätestens Mitte 2017 werden die Initiativen evaluiert und gegebenenfalls adaptiert, kündigte Rüdisser an. Sollte es weitere Plätze brauchen, werde aufgestockt bzw. die Laufzeit der Projekte verlängert.

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