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Flöttl: Vater musste risikoträchtiger agieren

Er könne sich denken, dass sein Vater (Walter Flöttl, bis 1995 Generaldirektor der BAWAG) bei den Bankgeschäften risikoträchtiger agieren musste.

So der Investmentbanker Wolfgang Flöttl auf die Frage von Elsner-Verteidiger Wolfgang Schubert, ob sein Vater ein besonders risikofreudiger Banker gewesen sein.

Das sei eine subjektive Einschätzung, meinte Flöttl jun., er habe das Bankgeschäft seines Vaters nicht verfolgt. Mit Ausnahme der Osteuropa-Forderungen und dem Konsum habe er keine Ausfälle zu tragen gehabt. „Im Osten hat er keine Chance gehabt, es fällt mir schwer, ein Urteil abzugeben“, sagte Flöttl. „Er musste aggressiver sein, da die Basis der BAWAG nicht geschäftsträchtig war, sie hatte bis zum Kauf der P.S.K. kein gutes Geschäftsmodell, nicht genügend Filialen, nicht genügend Klientel mit hohem Einkommen. Ich kann mir denken, dass mein Vater risikoträchtiger sein musste“, so Flöttl. Sein Vater habe auch gewusst, dass das gesamte Karibik-Engagement zu Verlusten führen konnte.

Mit seinem Vater habe er etwa alle zwei Wochen gesprochen, schriftlich habe er nicht mit ihm verkehrt. Angestellte der BAWAG, Mitglieder des Vorstandes wie der spätere Generaldirektor Helmut Elsner oder der Treasurer Thomas Hackl, seien in New York gewesen, um mit ihm und seinen Mitarbeitern zu sprechen. Zu Spitzenzeiten habe er in seinen Firmen mehr als 100 Mitarbeiter gehabt, darunter auch einen russisch stämmigen Mathematiker. Auch seine Mitarbeiter, die teils – weil nach Bermuda-Recht erforderlich – auch Mit-Geschäftsführer der Gesellschaften waren, hätten Entscheidungen getroffen.

„Aber ich war letztverantwortlich“, betonte Flöttl erneut, die Co-Geschäftsführer seien Treuhänder für ihn gewesen. Sein Vater habe das gewusst, und er nehme an, dass auch der gesamte damalige Vorstand der Bank es gewusst habe. „Ich habe nichts verheimlicht“, so Flöttl. Auch mit Elsner habe er darüber gesprochen. Auf die Frage, wer denn die anderen Investoren in seinen Gesellschaften waren, meinte Flöttl:
„Reiche amerikanische Privatpersonen“. Namen wollte er keine nennen, denn dies sei ein „Firmengeheimnis“.

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