Flöttl-Bilder: Keine Unterlagen über Wert

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In der  BAWAG-Innenrevision hat es Diskussionen darüber gegeben, welche Beteiligungen die Bank habe und welche zu prüfen seien.

Es sei ein schwieriger Prozess gewesen, Informationen darüber zu bekommen, um welches Unternehmen es sich handelt. Dies führte die ehemalige Mitarbeiterin in der Internen Revisions-Abteilung der BAWAG, Eva Albrecht, beim BAWAG-Prozess aus. Auch die irische Tochter BAWAG International Finance (BIF), die in die Karibik-Geschäfte der Gewerkschaftsbank involviert war, sei geprüft worden – alle drei bis vier Jahre. Dabei sei ihr nichts aufgefallen.

Sie habe auch dem BAWAG-Restrukturierungsteam angehört. Dessen Aufgabe sei es gewesen, im Zuge des Refco-Skandals ab Oktober 2005 Unterlagen für die von Seiten der US-Behörden kommenden Auflagen zu liefern und aufzubereiten. Ab Dezember 2005 seien neue Aufträge von Seiten der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei gekommen, etwa im Zusammenhang mit der Verwertung der Flöttl-Bilder. Die Unterlagen dazu seien sehr unstrukturiert gewesen, teilweise in Ordnern oder in kartonartigem Papier eingewickelt gekommen.

Die Unterlagen seien von der Rechtsabteilung gekommen. Für die Verwertung der Bilder sei Peter Nakowitz zuständig gewesen, sei ihr gesagt worden. Sie habe alle Werte in ein Excel-Sheet eingetragen, um einen Überblick zu bekommen. Es habe keine Unterlagen gegeben, die diese Werte belegt hätten. Ob die Werte viel höher als die Ankaufwerte waren, wollte die Richterin wissen. Das wisse sie nicht, so Albrecht.

Die Prüfberichte über die Sondergeschäfte seien in einem Stahlschrank des Leiters der Internen Revision aufbewahrt worden, getrennt von anderen Prüfberichten und speziell gekennzeichnet. Dies deshalb, weil der Vorstand große Sorge hatte, dass Informationen nach außen dringen. Es sei im Raum gestanden, dass die ersten Karibik-Geschäfte von innen heraus bekannt geworden sind. Die große Sorge sei gewesen, dass wieder „so ein Wirbel kommt”. „Wir hatten große Angst, dass wir verdächtigt werden und wollten unsere Mitarbeiter schützen“, so Albrecht.

Sie habe 2006 die Bank gewechselt, einerseits weil sie schon “so wahnsinnig lange” in ein und demselben Haus war. Haupttriebkraft sei eine Art “berufliche Midlife-Crisis” gewesen, die Vorkommnisse rund um die BAWAG hätten aber den letzten Anstoß dafür gegeben.

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