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Finaler Schulschluss

Martha Caballero mit ihrer Nachfolgerin Sonja Stern
Martha Caballero mit ihrer Nachfolgerin Sonja Stern ©Christof Egle
 Im Denken der scheidenden VS - Direktorin Martha Caballero stand stets das Kind im Zentrum
Martha Caballero

 

Götzis. Herumgekommen in der Welt ist die heute 65-jährige Martha Caballero auf alle Fälle. Bereits mit 21 Jahren – nach der erfolgreichen Absolvierung der PÄDAK in Feldkirch, zog es sie nach Heidelberg, wo der Vater ihrer ersten Tochter Medizin studierte. In der romantisch-klassischen Studentenstadt arbeitete Caballero trotz ihrer Aufgaben als Mutter stets in Vollzeit. Als Kinderbetreuerin, Museumspädagogin, oder auch mal als Kellnerin, war sie auch für den Unterhalt der Familie zuständig. Über ein Angebot des „Freundeskreises Indianerhilfe“, einer deutschen Institution, welche sich für die indigen Völker Südamerikas einsetzt, verschlug es Caballero dann mit der Familie in den Dschungel von Peru. Dort betreute sie mit ihrem mittlerweile Ex-Mann, einem gebürtigen Südamerikaner, eine Station zur basismedizinischen Versorgung der halbnomadischen Urwaldvölker. Als Mädchen für alles, hieß das etwa alle drei Monate den kompletten Einkauf für die Station zu erledigen, neben Lebensmitteln auch die nötige medizinischen Mittel wie Spritzen, Verbände und Medikamente zu besorgen. Als ihre Tochter dann aber neun Jahre alt wurde, war dann der Wunsch nach einer mitteleuropäischen Ausbildung dann aber doch vorhanden und so übersiedelte man zurück nach Vorarlberg und Caballero unterrichtete zuerst in Rankweil und dann in Muntlix. 2013 kam dann das Angebot für die Übernahme der Direktorenstelle an der Volksschule Blattur, was mit dem Wohnort der engagierten Pädagogin in Altach bestens zu verbinden war.

In den wenigen Jahren organisierte Caballero die Schule, die in diesem Jahr 25 Jahre alt wird, von Grund auf komplett neu – zu sehr hatten sich die Anforderungen an eine moderne Schule verändert. So galt es etwa die Schülerbetreuung am Mittag und am Nachmittag neu zu integrieren. Um auch den pädagogischen neuen Vorgaben mitzuhalten wurden auf den Gängen Lernnischen ebenso geschaffen wie Gruppenräume und die Bibliothek vom Keller ins Zentrum der Anstalt gerückt. Besonders stolz ist Caballero auf den neuen Außenbereich. Dieser steht allen Schülern genauso zur Verfügung, wie auch dem benachbarten Kindergarten und im Besondern den rund 30-40 Kindern die ganztägig betreut werden. Zur Finanzierung organisierte die um keine Idee verlegene Direktorin über eine Bank eine Crowdfunding Projekt, welches rund 15.000 in die Kassa spülte.

2017 erstellte man dann gemeinsam mit den rund 165 Schülern, den Lehrern und den Eltern ein neues Schulleitbild, bei dem das Schlagwort „Miteinander“ ganz klar im Zentrum steht. Dabei war und ist für Caballero die Integration von allen Schülern an ihrer VS Blattur stets enorm wichtig. Egal ob es hier um körperlich bzw. geistig behinderte Kinder geht, oder auch um Sprösslinge aus migrantischen Familien oder von Flüchtlingen. Hier gehe es laut der 65-jährigen nur über den Zugang mit den Eltern. Wenn diese nicht mit ins Boot geholt werden, haben es auch die Kinder noch schwerer. Ein damit verbundenes Projekt sind auch die Lesepaten, so lesen ehrenamtlich engagierte Menschen mit den Kindern fremder Herkunft gemeinsam Bücher und Gedichte. Gerade auch durch die Corona Krise sieht Caballero aber die Chancengerechtigkeit erneut geringer werden. Fast nebenbei ergatterte so manche Auszeichnung für die Schule, wie etwa das Schulsportgütesiegel in Gold, oder das MINT-Siegel, welches besonderes Engagement im naturwissenschaftlichen Bereich bescheinigt.

Nun verabschiedet sich Caballero in den wohlverdienten Ruhestand und übergibt ihr Amt in die Hände von Sonja Stern (49), die auch bereits seit sechs Jahren an der Schule unterrichtet. Ziele für Pension hat sich Caballero keine großen gesetzt. Zur Ruhe kommen, ein nicht mehr so enger Terminkalender und Zeit mit den zwei Enkelkindern und den Freunden genießen. Verschiedene kleinere Projekte wie ein kleiner Schrebergarten wäre dann doch noch ein Wunsch – eine kleine Gartenoase, um dort auch in Ruhe ein gutes Buch zu lesen, das wäre noch was. So engagiert, wie Caballero für ihre Schüler tätig war, können sich dann wohl auch die Pflanzen auf eine mehr als gute Pflege freuen. CEG

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Martha Caballero

Geb. 2.6.1955, aufgewachsen in Feldkirch

Geschieden, drei erwachsene Kinder

Lebte und arbeitete unter anderem zehn Jahr in Heidelberg und zwei Jahre in Peru

Seit 1987 Lehrerin in Vorarlberg, seit 2013 Direktorin VS Blattur

Hobbies: Lesen, Wandern, Kultur

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