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Finale mit Wetterdrama: 348.212 Besucher sahen "Aida" in Bregenz

(VN) Bregenz - Nach einem nasskalten Sommer war am Samstag ein wunderbarer Abend angesagt. Die Aufführung am Sonntag musste kurz vor Schluss abgebrochen werden.
Besucherzahlen und Auslastung

Nach zwei Jahren mit der Inszenierung von Graham Vick im Bühnenbild von Paul Brown zählt Verdis „Aida“ zu den erfolgreichsten Opernproduktionen auf der Bregenzer Seebühne. 348.212 Menschen kamen für eine Aufführung in den Jahren 2009 und 2010 an den See.

2011 schwimmt ein Ballsaal weg

Nach dem Rekordsommer 2009 mit allein über 200.000 Zuschauern am See wurden heuer, im Reprisenjahr, weniger „Aida“-Termine angesetzt. Nach einem ins Wasser gefallenen Jugendtag und zwei abgesagten See-Aufführungen zählte man 146.954 Besucher. Der Abtransport der Bühnenskulptur mit den riesigen Füßen (für die man spaßeshalber die Schuhgröße 2400 errechnet hat), erfolgt zum Teil über den See. In großen Dimensionen geht es voran. „André Chenier“ von Giordano eröffnet die Festspiele 2011. Keith Warner inszeniert, David Fielding entwirft die Bühne für die Geschichte eines Dichters, der in die Wirren der Französischen Revolution gerät. Mit einem wegschwimmenden Ballsaal muss man rechnen.

Festspielopern gehen auf Welt-Tour

Das größte Interesse anderer Opernhäuser hat die szenische Uraufführung der Oper „Die Passagierin“ von Mieczyslaw Weinberg hervorgerufen. Noch im Herbst dieses Jahres wird die Festspielproduktion in Warschau gezeigt. 2012 kommt sie nach London und Madrid. Opernhäuser in Tel Aviv, New York, Toronto und Houston wollen sie ebenfalls haben. Mit Berlin, wo das Stück auf Grund des zeitgeschichtlichen Inhalts – eine KZ-Aufseherin wird Jahre nach dem Krieg mit ihren einstigen Opfern konfrontiert – besondere Bedeutung hat, steht man in Verhandlungen, die aufgrund des dortigen Intendantenwechsels noch nicht abgeschlossen sind. Die satirische Weinberg-Oper „Das Porträt“ kommt von Bregenz nach Kaiserslautern. Für die Opern in Leeds (England) und Nancy (Frankreich) wird David Pountney Inszenierungen des Werks erarbeiten, das er heuer der Vergessenheit enthoben hat.

Pountney im “VN”-Interview: “Es ist ein logischer Schritt”

Die Werke des weitgehend unbekannten Weinberg zu präsentieren, erwies sich in Bregenz als enormer Erfolg. Bestärkt Sie das für die zukünftige radikale Programmatik?

Pountney: Absolut, man hat richtig Mut, diesen logischen Schritt vom Unbekannten zum absolut Neuen hin zu vollziehen. Ich habe für die Auftragwerke der nächsten Jahre bewusst Geschichten ausgewählt, die jedes Publikum hören kann.

Welches Ziel verfolgen Sie?

Pountney: Wir wollen das Moderne in das normale Leben unseres Publikums bringen. Wir leben in moderner Architektur, wir tragen moderne Mode, warum sollte man da nicht moderne Musik hören? Die Moderne hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Publikum entfernt, aber diese Tendenz ist vorbei. Neue Musik spricht das Publikum direkt an. Eine neue Oper zu sehen, sollte so normal sein, wie in einen neuen Film zu gehen.

2011 werden Sie mit Judith Weir nicht mehr einen derart umfangreichen Schwerpunkt bieten.

Pountney: Wir werden sie aber stark mit zwei Opern präsentieren. Es ist gut, ein Bündel zu haben, damit das Publikum die Chance hat, das Werk im Kontext zu verstehen.

Zum Festspielstart ist durchgesickert, dass Sie ab 2013 wieder am See inszenieren.

Pountney: Ja, was Sie geschrieben haben, ist nun so, ich möchte nur noch nicht über das Stück reden.

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