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Felsenau-Radweg und Stadttunnel

Was passiert mit dem Radweg, wenn das Stadttunnel-Portal Felsenau gebaut wird?
Was passiert mit dem Radweg, wenn das Stadttunnel-Portal Felsenau gebaut wird? ©Henning Heilmann
Bestehender Radweg soll einer Lärmschutzwand weichen und in Auwald verlegt werden
Radweg in der Felsenau und Stadttunnel: Wie geht es weiter?

FELDKIRCH/FRASTANZ Welche Auswirkungen das Stadttunnel-Portal in der Felsenau mit sich bringt, wird immer deutlicher. Besonders umstritten ist die geplante Verlegung des Radwegs durch einen Tunnel auf die gegenüberliegende Seite der L190 und die weiterführende Verbindung mit dem Weg auf dem Illdamm hinter dem Industriegebiet.

Die Planungen für das Stadttunnel-Portal in der Felsenau liegen bereits seit 2012 vor und zeigen neben der Verkehrsführung des motorisierten Verkehrs auch die geplante Verlegung des Radwegs: Radfahrer sollen anstatt auf der bisherigen Führung entlang der L190 auf die Illseite der L190 und dann über eine neue Brücke über den Blödlebach in Richtung Holzplatz und weiter zum Industriegebiet gelotst werden. An der Stelle des bisherigen Radwegs soll von der Göfner Brücke bis zur Holzplatzkreuzung schon im Frühjahr 2021 entlang der L190 eine ca. 460 Meter lange und vier Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden, demzufolge der Radwegabschnitt entlang der L190 in der Felsenau zumindest während der Bauphase des Stadttunnels aufgehoben wird.

„Fernab des Dorfs“

Dies leuchtet dem Sachverständigen Norbert Amann aus Frastanz nicht ein. Erst vor rund zwei Jahren sei eine lückenlose Radwegverbindung von Frastanz nach Feldkirch durch die Schließung einer Radweglücke in der Felsenau hergestellt worden. Nach den Planungen ende der hierzu neu errichtete Radwegabschnitt aber künftig fortsetzungslos. „Die Bevölkerung von Frastanz wäre gezwungen, entweder auf den fernab des Dorfes gelegenen Radweg zu gelangen, oder wie früher die steile und vielbefahrene Straße in der Felsenau zu nutzen, um später in den Fahrradweg in der Illschlucht einzumünden.“ Die Bewohner der Felsenau sieht Amann durch den Stadttunnel gleich doppelt belastet. „Der Radweg fällt weg, und der Schleichverkehr durch die Felsenau wird zunehmen.“ Ortskündige würden die Felsenau als Ausweichroute nutzen, um auf die altbewährte Weise direkt ins Zentrum zu gelangen, ohne an der Ampel vor dem Tunnel zu warten.

Alternative Version

Amann hatte schon 2012 einen alternativen Plan vorgestellt, der es ermöglichen soll, den Radweg im Wesentlichen auf der bisherigen Streckenführung zu belassen. Dieser Plan sieht vor, dass der Radweg entlang der Auffahrt in die Felsenau kurz vor der Tunneleinfahrt über die L190 führt und anschließend durch eine kurze Unterführung die Straße nach Göfis quert, um dann in Kombination mit der Lärmschutzbetonwand als aufgeständerte Brückenkonstruktion im Wesentlichen entlang der bisherigen Führung in den bisherigen und bewährten Radweg entlang der L190 nach Frastanz einzumünden. In Kombination mit der Lärmschutzmauer sei dieser neue „Panoramaradweg in den Walgau“ kostengünstig zu errichten, weil die Fundierung gemeinsam erfolgen könne.
„Kostenpunkt mehr als die Hälfte billiger und sofort realisierbar, ohne den bestehenden Radweg in der Felsenau für den Stadttunnel zu opfern“, nennt Amann die Vorteile.

Drei Holzplatz-Varianten

Bei der zum Holzplatz umgeleiteten Radwegführung gibt es nach der Überquerung des Blödlebachs auf Frastanzer Gemeindegebiet wiederum drei mögliche Radwegvarianten, welche diskutiert werden: Die Variante 1 entlang der L190 bis zur Holzplatzkreuzung, wobei hier in der Regel Holztransporte verkehren und dies daher eher ungeeignet ist. Die Variante 2 wäre die Weiterführung des Radwegs hinter dem Holzplatz auf dem bestehenden Damm. Dieser Weg führt hinter dem Pumpwerk dann wieder zum Fuß- und Radweg entlang der Ill hinter dem Industriegebiet bis zu der alten Holzbrücke. Variante 3 wäre den Radweg ganz entlang der Ill zu führen. Dadurch entstünde die kürzeste Verbindung zum Anschluss an den Weg hinter dem Industriegebiet. Hierfür müsste aber vom Holzplatz bis zur Autobahnbrücke ein Wall aufgeschüttet werden.

Zwei Radwege lassen?

Die Gemeinderätin und Obfrau vom Ausschuss für Lebensraum Gerlinde Wiederin regt an, es müsse „auf Radfahrer Rücksicht genommen und sowohl für Alltagsadler wie auch für Freizeitradler eine vernünftige Lösung gefunden werden.“ Dies könnte heißen, dass neben der neuen Radwegstrecke auch die bisherige Version erhalten wird. „Unabhängig vom neuen Radweg über den Holzplatz sollte der Radweg in der Felsenau entlang der L190 nicht aufgegeben, sondern nach den Bautätigkeiten für den Stadttunnel wieder neu eröffnet werden“, fordert Vesi Marcovic von der Liste FPÖ Frastanz und Parteifreie, der die Version 2 der Radwegführung nach Überquerung des Blödlebachs favorisiert. HE

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