Feldkirchs Agatha Christie

Autorin Marlene Kilga vor dem Haus, in dem ihre Familie einst einen Weinkeller hatte in der Feldkircher Marktgasse und das ein wichtiger Schauplatz in ihrem Krimiroman darstellt.
Autorin Marlene Kilga vor dem Haus, in dem ihre Familie einst einen Weinkeller hatte in der Feldkircher Marktgasse und das ein wichtiger Schauplatz in ihrem Krimiroman darstellt. ©Bandi Koeck
Feldkirch. (BK) Vor zwei Monaten kehrte Lehrerin und Autorin Marlene Kilga nach einundzwanzigjähriger Abwesenheit nach Feldkirch zurück, dem in ihren Augen schönsten Ort der Welt.
Marlene Kilga im Portrait

Menschen aus der Heimat: Marlene Kilga

Ihr Geburtshaus in der Widnau wurde vor kurzem abgerissen. „Vom Wohnzimmerfenster sah ich genau auf die Schattenburg und vom anderen Fenster auf den Katzenturm“, begründet sie ihre tiefe Liebe zur Montfortstadt. Ihre Großmutter war Volks- und später Hauptschullehrerin und hat sie in ihrem späteren Beruf seit Kindheitstagen sehr geprägt. „Sie hat mir immer Feldkircher Geschichten erzählt. Historische Dinge haben sich bei mir von Anfang an mit etwas Persönlichem gemischt“, so Kilga. Sie habe diese Geschichten stets zu ihren eigenen gemacht. „Die Familiengeschichte mütterlicherseits mit Feldkirchers Geschichte war ein ganzes, dynamisches Erlebnis.“ Die selbe Großmutter war es, für die immer klar war, dass ihre Enkelin wie sie und ihre Tochter einmal Lehrerin wird.

21 Jahre Ausland

Nach der Matura 1991 ging Marlene Kilga zuerst nach Wien. Damals schon hätte sie diese Verbundenheit mit Feldkirch gefühlt, erklärt sie. Gleichzeitig aber habe sie eine Neugierde auf die ganze Welt gehabt. „Es ist klein hier und als junger Mensch ist es dir einfach zu klein“, begründet sie. Ihren späteren Ehemann lernte sie auf einer Reise durch die USA kennen. Sie lernte niederländisch und zog nach drei Jahren zu ihm nach Belgien, wo sie Germanistik und Anglistik studierte. Die Zeit im Ausland war für sie eine Bereicherung. Es sei harte Arbeit, sich an einen fremden Kulturkreis anzupassen, in ihrem Fall Flandern, England und Kanada. Schwere Emotionale und geistige Arbeit würden vorausgesetzt werden. Es erweitere hingegen den Horizont und mache dich wahnsinnig tolerant: „Heute weiß ich, wie sich jemand fühlt, wenn er aus dem Ausland hierher kommt. Ich möchte die Erfahrung nicht missen“ so die zweifache Mutter, die für ein Jahr in Kanada, vier Jahre in England – wo ihre beiden Kinder geboren wurden – und anschließend für weitere zehn Jahre in Belgien gewohnt hat. In all den Ländern war sie als Lehrerin tätig.

Lieblingshobby Schreiben

Zum Schreiben kam Marlene Kilga durch ihren – wie sie selbst sagt – a-literarischen Mann, der sie dazu ermutigte. „Das hätte ich am wenigsten von ihm erwartet, da Lesen nicht sein Interessensgebiet ist“, sagt sie heute dankbar. Ihre Motivation mit Schreiben zu beginnen war aber sicher auch das Heimweh abzustreifen und dadurch zu lindern. „Die Ideen spazieren ständig rein und raus. Ich dachte, das ist bei allen so“, sagt sie schmunzelnd. Kilga habe einen ganz klaren Plan, der jedoch immer wieder geändert würde. Sie wisse nämlich nicht, wo es am Schluss hin gehe. Kilgas erste zwei Bücher wurden bis dato nicht veröffentlicht. „Die Chimäre der Schattenburg“ ist der Titel ihres Erstlingswerks, das ein historischer Horror-Roman in drei Zeitebenen sei und von der Entstehung Feldkirchs anno 1230 und dem Bau der Schattenburg handelt. Das zweite noch unveröffentlichte Buch heißt „Hadrians Wall“ und handelt über die Römersiedlung Clunia und zieht sich von Irland bis zu den Ureinwohnern Amerikas. Frauen haben immer eine zentrale Rolle bei Kilga.

Dr. Faust in der Marktgasse

Eines Tages habe sie Günter Bucher vom gleichnamigen Verlag in Hohenems im Fernsehen gesehen. Daraufhin habe sie den Verlag gleich kontaktiert und ihm alle drei Bücher geschickt. Peter Natter lektorierte das erste Buch „Dr. Faust in der Marktgasse“. Für das zweite war Robert Lackner zuständig. „Ihr letzter Fund“ hat Sherlock Holmes als Hintergrund. Etwaige Recherchearbeiten erfolgten bei der Stadtpolizei Feldkirch. Kilgas Bücher hätten immer etwas mit Feldkirch zu tun und sind teils autobiografisch. Sie betont jedoch, dass der Teil mit dem Ehemann völlig erfunden sei.

Marlene Kilga ist erst seit zwei Monaten wieder in Feldkirch. Die Rückkehr wäre derart erschöpfend gewesen, dass es keinen Platz für Emotionen gegeben hätte. „Die Emotionen musste ich mir für später aufheben, wenn es wieder ruhiger wird.“ Wieder voll als Lehrerin tätig, schreibt sie zurzeit an einem neuen Buch, das in der Regel zwei Jahre Zeit in Anspruch nimmt.

Zur Person

Marlene Kilga

Geboren: 6. 4. 1973

Wohnort: Feldkirch

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Beruf: Lehrerin

Hobbys: Romane schreiben, wandern, Ski fahren

Lieblingsbuch: u. a. Emily Bronte: Wuthering Heights

 

 

 

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