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Feldkircher Lyrikpreis 2019 geht an Lars Arvid Brischke

Stadtrat Benedikt König gratuliert Lars Arvid Brischke zum Feldkircher Lyrikpreis 2019..
Stadtrat Benedikt König gratuliert Lars Arvid Brischke zum Feldkircher Lyrikpreis 2019.. ©Theater am Saumarkt
Mit dem seit 2003 stattfindenden Feldkircher Lyrikpreis, international ausgeschrieben, wird zum 17. Mal zeitgenössische Lyrik gefeiert.

Die Ausschreibung sieht vor, dass sich die Werke im weitesten Sinn auf eine Zeile aus einem Gedicht des letztjährigen Preisträgers David Fuchs bezieht: "früher oder später tritt der tod ein" hat fast dreihundert Einsendungen inspiriert.

In einer ob des Umfangs und der anspruchsvollen Lyrik sehr herausfordernden Juryarbeit ist es der Literaturvermittlerin und Saumarkt-Vorstandsmitglied Marie-Rose Rodewald-Cerha, der Autorin und Performerin Patricia Brooks, dem Professor für Didaktik an der PH Feldkirch, Andreas Schumann und dem Vorjahrespreisträger David Fuchs gelungen, drei sehr um die Lyrik verdiente Preisträger zu ermitteln:

Erster Preis: Lars Arvid Brischke

Lars Arvid Brischke ist 1972 in Dresden geboren, lebt heute in Berlin. Neben seiner Tätigkeit als Spezialist für Energiesysteme und Zukunftsforschung hat er sich immer schon auch  der Lyrik gewidmet, ist Mitbegründer der Lyrikgruppe „Die Freuden des jungen Konverters“ und kann auf zahlreiche Veröffentlichungen verweisen. „Wem fallen solche Formulierungen ein?“ fragt Jurymitglied Andreas Schumann und beantwortet die Frage mit „Offensichtlich jemandem, der das höhere Sprachspiel nicht nur liebt, sondern auch beherrscht.“ Wer sich in Brischkes poetische Welt eingraben will, dem empfiehlt er sein Gedichtband „eine leichte acht“.

Zweiter Preis: Joseph Felix Ernst

Der zweite Preis geht an den deutschen Autor Joseph Felix Ernst, der Buchwissenschaft und Germanistik in Erlangen studiert hat. Er kann bereits auf einige Veröffentlichungen und Literaturpreise verweisen. Im Moment arbeitet er an einem Roman. Jurymitglied David Fuchs schreibt in seiner Laudation über Joseph Felix Ernsts Gedichte: "Selbstherrlich sind Gedichte nie, aber auf die zukünftigen Mündungsfeuer aus den Kanonen dieses Autors darf man gespannt sein."

3. Preis: Norbert Kröll

Der Mitherausgeber des österreichischen Literaturmagazins JENNY#2, Norbert Kröll, erhält den dritten Preis in Abwesenheit. Er wird gerade Vater und kann daher an der Preisverleihung nicht physisch teilnehmen. Seine Gedichte aber werden eingespielt. Nach einem Studium der Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien hat er zahlreiche Literaturstipendien erhalten und publiziert im Frühjahr kommenden Jahres seinen zweiten Roman.

Nachzulesen sind die ausführlichen Lebensläufe, Laudationes und Gedichte der Preisträger auf der Homepage des Theaters am Saumarkt aber auch in der von Erika Kronabitter herausgegebenen „Lyrikanthologie des Feldkircher Lyrikpreises 2019“

Das Preisgeld von Euro 5000 Euro stammt von der Stadt Feldkirch und dem Land Vorarlberg.

Charmant moderiert vom Obmann, Autor und Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren, Gerhard Ruiss, wurde der diesjährige Lyrikpreis 2019 verliehen. Kulturstadträtin Ingrid Scharf und Kulturlandesrätin Dr. Barbara Schöbi Fink mussten sich leider entschuldigen. Stadtrat MMag. Benedikt König übernahm die Übergabe der Preise an die Autoren. Er zeigte sich begeistert von vorgetragenen literarischen Kunstwerken, die einmal mehr aufzeigen, was zeitgenössische Lyrik an Sprachinnovation und Wortschöpfungen bieten kann. Das Klanglabor aus Liechtenstein hat den poetischen Abend mit ihren musikalischen Beiträgen kongenial ergänzt.

Lars Arvid Brischke

totentanz e.a.p.

graceland sommer 77. einer dieser aufgeschäumten
burger kings, in getriebeöl fritiert & eingebettet
in die handschuhfächer fetter cadillacs, verschmilzt
mit den untersten & zähen schichten dieser schnulzen
bei denen kotflügel um autogramme betteln. irgendwer
hat den parfümvergaser ordentlich frisiert. am ausschank
gibts die überdosis schmalztabletten, die das becken dann
verstopft. zu spät die ärzte mit dem gleitgel diesmal bleibt
der einlauf stecken in fötaler stellung - bis zum herzversagen.

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Quelle: Theater am Saumarkt

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