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Fasten - Nicht nur körperliche Wohltat!

Fastenzeit, die beste Zeit, nach dem Winter den Körper zu entgiften und zu entschlacken. Teefasten | Fasten-Drinks | Getreide-Kur | Heringssalate | Schlanker Leben!

Welchen Nutzen die selbst gewählte Abstinenz abseits des religiösen Faktors hat, erläuterte Cornel Binder-Krieglstein vom Berufsverband Österreichischer Psychologen (BÖP) im Gespräch mit der APA. Die Hauptsache sei jedenfalls, sich selbst etwas zu beweisen und so zu stärken. Im Alltag überhandnehmen sollte der gute Wille aber nicht.

Prinzipiell gehe es beim Fasten immer um Verhaltensänderungen – “und die sind das schwerste überhaupt”, so Binder-Krieglstein. Aus psychologischer Sicht könne man zwei Motivationsgründe dafür unterscheiden: zum einen das Ideal, dem man nachkommen möchte, und zum anderen den schlichten Willensbeweis. Klar sei jedoch, dass zum gewählten Thema eine gewisse Affinität vorhanden sei, meist handle es sich um gesundheitsschädliche Dinge, die mit einem “Das sollte ich nicht tun”-Gefühl gekoppelt sind, erklärte der Psychologe.

Der Effekt, den das Fasten mit sich bringt, ist für die Psyche prinzipiell positiv. “Man weiß dann: Ich kann ein Vorhaben umsetzen und habe die Befähigung, tiefe Gelüste im Zaum zu halten”, sagte Binder-Krieglstein. So werde das Selbstbewusstsein gestärkt. Die Zeit des Fastens könne man auch für einen Reflexionsprozess nutzen und prüfen, wie lange man die Enthaltsamkeit durchhält bzw. ob und wie man den Verzicht auf das abendliche Glas Wein, die Tafel Schokolade oder die Zigarettenpause kompensiert.

Im Alltag verselbstständigen sollte sich die Idee aber trotz allem positiven Nutzen nicht: “Wenn das Thema Dominanz im täglichen Leben bekommt, wenn man zum Beispiel den ganzen Tag darüber nachdenkt, was man isst und Kalorien zählt, dann beeinträchtigt das den Alltag. Das Verhalten lässt sich dann nicht mehr abstellen und man misst ihm zu viel Gewicht bei”, warnte der Psychologe. “Man muss selbst die Kontrolle über das Essen haben und nicht umgekehrt”, fügte er hinzu.

Hält man seinen Vorsatz nicht durch, ist in Trauer zu verfallen und zu glauben, dass man es eben nicht schafft, der falsche Weg. Besser wäre es, das Vorhaben erneut in Angriff zu nehmen und es beim zweiten Versuch einfach anders anzugehen. Nur weil man einmal gescheitert sei, bedeute das schließlich nicht, dass etwas prinzipiell nicht möglich sei, betonte der Experte.

Fasten-Tipps

Fasten kann laut Bild.de zum Jungbrunnen werden, wenn sie die folgenden Tipps beachten:

  • Es gibt verschiedene Formen des Fastens: Teefasten, Saftfasten, Schleimfasten (Getreideschleimsuppen z. B. aus Buchweizen, Gerste oder Haferflocken), Molkefasten, Heilfasten (unter ärztlicher Aufsicht!) und Kursemmel-Fasten (drei Wochen lang morgens und mittags je ein altbackenes Brötchen, dazu ein Glas Milch).
  • Sie müssen mindestens zwei Tage zu Beginn jeder Fastenkur einplanen, um sich vorzubereiten. Während dieser Entlastungstage sollten Sie schon weniger essen und sich auch von seelischem Ballast befreien.
  • Während der Entlastungstage widmen Sie sich der sogenannten Vorkur. Trinken Sie mindestens drei Liter am Tag. Tee und Wasser bereiten den Körper optimal auf die Zeit ohne feste Nahrung vor. Die beste Vorbereitung: fettarmes, leichtes Essen, wie frisches und gedünstetes Obst und Gemüse.
  • Sicher ist es ideal, wenn Sie sich fürs Fasten eine Woche Urlaub nehmen können. Doch Arbeit und Fasten schließen sich nicht aus. Sie müssen nur beachten, dass während des Fastens die Reaktionsschnelligkeit gemindert ist.
  • Planen Sie täglich Momente der Stille ein und gönnen Sie Ihrem Körper Pausen, wenn er diese verlangt. Ein gutes Mittel, zu innerer Ruhe und Gelassenheit zu finden, ist zum Beispiel die Meditation.
  • Nach dem Fasten muss sich der Körper langsam an normale Nahrung gewöhnen. Helfen Sie ihm mit leicht Verdaulichem wie etwa Knäckebrot mit magerer Putenbrust und fettarme Milchprodukte. Faustregel: Fünf Fastentage brauchen zwei Aufbautage, zehn Fastentage brauchen drei Aufbautage, nach 15 Fastentagen brauchen Sie fünf Aufbautage.
  • Je nach Körpergewicht braucht ein Erwachsener zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag. Beim Fasten benötigt der Organismus mehr Flüssigkeit, um die Nieren gut durchzuspülen und das Ausschwemmen der Stoffwechselabfälle zu beschleunigen.

Mehr Tipps gibt es bei Heilpraktikerin Anita Heßmann-Kosaris, Autorin des Buches “Die 50 besten Fastentipps” (Knaur, 7,95 Euro),

 

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