"Fall Paszek" ist heikel und hat eine schiefe Optik

Der Doping-Ärger für das Tennis-Ass aus Dornbirn könnte beim Sportgerichtshof landen.

“Die Optik ist immer eine schiefe.” Julius Benkö, Vorarl­berger Antidopingkontrolleur der Welt-Dopingagentur (WADA), sieht die Dopingcausa von Tamira Paszek als “heiklem” Fall. “Natürlich ist der Arzt für die Therapie verantwortlich”, führt er weiter aus. “Besonders bei einem Spitzensportler muss man die Sache mit Sorgfalt angehen.” “Höchstwahrscheinlich steckt nichts dahinter, aber die Optik ist halt schief, so wie es abgelaufen ist.” Das Problem für Paszek: „Hier wurde keine schulmedizinisch anerkannte Methode angewendet. Weil die Dornbirnerin international auftritt ist es wahrscheinlich, dass der Fall von der Nationalen Antidopingagentur (NADA) an die Internationale (WADA) weitergeleitet würde – und am Ende beim Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne landen könnte.

Sachverhalt dargelegt

Paszek hat mittlerweile eine Sachverhaltsdarstellung an die NADA abgegeben. Auch jene Ärztin, die der 18-Jährigen Blut abgenommen, mit homöopathischen Essenzen angereichert hat und in die Bandscheibenregion rückinjizierte, wurde um eine Stellungnahme gebeten. Für die NADA ist der “Fall” Neuland, hatte die Tennissportlerin doch von selbst darüber erzählt, im Glauben, dass alles legal sei. Der österreichische Tennisverband sieht momentan keinen Handlungsbedarf. “Wir haben den Weltverband noch nicht kontaktiert, da Tamira momentan verletzt gemeldet ist und keine Turniere spielt”, sagt Generalsekretär Peter Teuschl. “Tamira hat sicher einen Fehler gemacht, allerdings wird die Sache auch etwas aufgebauscht. Formell hat sie es unterlassen, für diese Therapie um eine Sondergenehmigung anzusuchen.” Unwissenheit schütze aber vor Strafe nicht, meinte Teuschl. Und erinnert an den Fall von Stefan Koubek: der Kärntner war 2005 nach der Verabreichung einer Spitze durch seinen Arzt für ein halbes Jahr gesperrt worden.

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