Fahrt ins Domleschg des Kulturkreis Hohenems

Rudi Hirnböck (mit Mütze) erläutert die Geschichte der Kapelle in Dusch
Rudi Hirnböck (mit Mütze) erläutert die Geschichte der Kapelle in Dusch ©Bernhard Tost
Romanische Kirchenbauten in imposanter Bergkulisse in Graubünden
Kulturfahrt nach Graubünden des Kulturkreis Hohenems

Ins Land der „Tausend Täler“ führte die Reise die vom Kulturkreis Hohenems und Amann Reisen bestens organisiert sowie von Ing. Rudolf Hirnböck ehrenamtlich und fachlich kompetent geleitet wurde.

Magdalenenkapelle

Auf einer Hügelkuppe oberhalb des Weilers Dusch bei Paspels befindet sich die Kapelle St. Maria Magdalena. Ursprünglich war St. Maria Magdalena eine Filiale der Pfarrkirche St. Lorenz in Paspels. „Wann die Kapelle, eine einfache geostete Saalkirche mit eingezogener Apsis erbaut worden ist, ist unklar; fest steht jedoch, dass sie romanischen Ursprungs ist. Die Kapelle – 1508 erstmals urkundlich erwähnt – und der Hof Dusch gehörten im 13. Jahrhundert zu den Besitzungen der Freiherren von Vaz. und wurde den Prämonstratensern in Churwalden gestiftet“, erläutert Rudi Hirnböck.

Hervorragende frühgotische Wandmalereien des Waltensburger Meisters, vermutlich aus dem 14. Jh. zieren den Innenraum. Ein in der frühen Entstehungszeit einzigartiger Magdalenenzyklus: Auferweckung des Lazarus, Magdalena salbt dem Herrn die Füsse (Typus des Abendmahls), Ermahnung des Fürstenpaares von Massilia durch Magdalena, kniender Prämonstratensermönch als Stifter, Magdalena emfängt die Kommunion (Fragment).

St. Lucius

Auf einer Höhe von 840 M. ü. M. am Rand einer gegen Westen und Norden senkrecht abstürzenden flachen Hügelkuppe steht die Kapelle St.Lucius Der Zeitpunkt der Erbauung ist unbekannt. Ausgrabungen zeigten, dass es bereits vor dem Bau eine Begräbnisstätte auf dem Hügel gab. Eine erste Kapelle stand wohl schon im 7. Jahrhundert. Blendarkaden im Innern an der südlichen Turmseite deuten auf eine Entstehungszeit im 11. Jahrhundert. 1237 wird die Kapelle als Pfarrkirche von Paspels erstmals urkundlich genannt als ein Leutpriester bestellt wurde. Vermutlich war St. Lorenz zugleich die Hauptkirche der gesamten rechten Talseite.

Mariae Krönung

Schon relativ früh machte sich der Einfluss des Zürcher Reformators Zwingli in Graubünden bemerkbar. Treibende Kraft der Gegenreformation war der Mailänder Bischof und Hohenemser Schutzpatron Karl Borromäus. Die von ihm einberufene Institution der Kapuzinermissionare gab der katholischen Reform und Gegenreformation in Graubünden ihr besonderes Gepräge. In der Kirche Mariea Krönung in Tomils verweist ein Bild im rechten Seitenaltar auf den Heiligen. Erwähnt wird der Sakralbau erstmals 1474. Es ist ein Spätgotischer Bau mit Polygonalchor und Turm mit Spitzhelm. Die Kirche kann neben dem Frühgotischen Flügelaltar und Wandmalereien aus drei Epochen beeindrucken. In den beiden ersten Jochen je neun an- und übereinander gereihte quadratische Bilder mit Sündenfall, Szenen aus dem Leben Christi, Pfingsten und Marienkrönung, im dritten Joch grosse Darstellung des Jüngsten Gerichts, darunter St. Mauritius zu Pferd mit bemerkenswerter Darstellung von Tomils, Paspels und Schloss Ortenstein; daneben Rest einer spätgot. Malschicht um 1490 mit Darstellung der hl. Sippe; an der Chorbogenwand Himmelfahrt 1633 von Pater Deodato.

Über Chur ging es zurück ins Ländle. Rudi Hirnböck bedankte sich für das rege Interesse der Teilnehmer bei dieser eindrucksvollen Fahrt. (BET)

 

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