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Fachhandel in der Corona-Krise - Gärtnereien verzweifelt: Millionen Pflanzen gehen ein

Millionen von Pflanzen drohen einzugehen, sollten sie nicht verkauft werden dürfen.
Millionen von Pflanzen drohen einzugehen, sollten sie nicht verkauft werden dürfen. ©dpa (Sujet)
Die Gärtnerei Starkl macht in einem Offenen Brief an die Bundesregierung auf die schwierige Lage von Gärtnereien und Gartenfachhandel aufmerksam. Während in den Supermärkten in großem Umfang billig eingekaufte Ware verkauft werden dürfe, sei der Fachhandel, der mit Frischware arbeite, aber eine Branche, die nicht verkaufen dürfe. Generell fordert der heimische Fachhandel Solidarität und Fairness von den Lebensmittelgeschäften.

"Wenn das so bleibt führt das dazu, dass in den nächsten Wochen zig Millionen Gemüse-Pflanzen und auch Blumen in unseren Lagern eingehen werden", warnt Ludwig Josef Starkl, Geschäftsführender Gesellschafter mehrerer Gartencenter in Österreich. Pflanzen müssten jetzt im Frühjahr eingesetzt werden, das könne man nicht ein paar Monate verschieben.

Im Namen des Fachhandels appelliert Starkl an den heimischen Lebensmittelhandel, fair zu bleiben und nicht jetzt mit Pflanzen und Gartenzubehör ein großes Geschäft zu machen - auf Kosten der eigentlichen Fachbetriebe. An die Konsumentinnen und Konsumenten appelliert er, die Online-Einkaufsmöglichkeiten der Gärtnereien zu nutzen und direkt dort zu bestellen - damit die Betriebe auch noch nach der Krise bestehen.

Corona-Krise: Fachhandel fordert Solidarität im Handel

Auch andere heimische Fachhändler sehen sich bedroht, weil ihre eigenen Geschäfte geschlossen sind, aber in Supermärkten auch Non-Food-Artikel angeboten werden. Die Fachhändler unterstützen die Maßnahmen der Bundesregierung zum Schutz der Menschen, denn Gesundheit sei am wichtigsten. Es sollten sich aber alle Akteure im Handel "solidarisch und entsprechend der geltenden Verordnung" verhalten.

"Gesundheit geht vor. Betriebsschließungen sind in Anbetracht der aktuellen Situation verständlich und umzusetzen. Nicht verständlich ist, warum Handelsbetriebe, die von den Schließungen ausgenommen sind, um Lebensmittel zu verkaufen, aktiv Non-Food-Warengruppen anbieten und sogar bewerben. Dies schädigt und gefährdet österreichische Klein- und Mittelbetriebe in ihrem Kerngeschäft, die momentan aufgrund der Verordnung geschlossen haben müssen. Hier fordern wir Klarheit durch die Politik und entsprechende Umsetzung", so Holger Schwarting, Vorstand von SPORT 2000, am Sonntag zur APA.

Geschäftsschließungen teilweise existenzbedrohend für Fachhandel

Laut den Fachhändlern dürfen gemäß der Verordnung der Bundesregierung während der Zeit der Geschäftsschließungen in Mischbetrieben bzw. Handelsbetrieben, die ein breit gefächertes Sortiment führen, ausschließlich Artikel zur Sicherung der Grundversorgung verkauft werden. "Wir haben auch großes Verständnis für die Bedürfnisse der Bevölkerung, auch in diesen Zeiten über die Grundversorgung hinausgehende Produkte kaufen zu wollen. Für viele der Händler, die wir vertreten, bedeuten diese Einkäufe jedoch eine unmittelbare Bedrohung ihrer Existenz. Diese Umsätze fehlen und können auch nicht mehr aufgeholt werden. Hier braucht es ein neues Bewusstsein", so Schwarting. Konsumenten sollten das bei ihren Einkäufen berücksichtigen.

Für die rund 950 Mitgliedsbetriebe der sieben Fachhandelsverbände EK Servicegroup Austria, Interspiel, ModeRing, ANWR Garant Austria, SPORT 2000 Österreich, VEDES und Spielzeug-Ring seien die Geschäftsschließungen teilweise existenzbedrohend. Die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Rettungsprogramme würden die Klein- und Mittelbetriebe nur langsam erreichen. Die hier zusammengeschlossenen Fachhändler erwirtschaften allein in Österreich einen Jahresumsatz von 1,3 Mrd. Euro mit rund 1.350 Geschäften und gut 6.000 Beschäftigten.

(APA/Red.)

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