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Experten: "Hai ist Meerespolizei, nicht Bestie"

Jährlich gibt es etwa zehn tödliche Unfälle nach Hai-Attacken weltweit - dem stehen geschätzte 30 Milliarden Bade-Ereignisse gegenüber. Die Gefahr Hai wird überschätzt.

Von den rund 500 Haiarten weltweit können maximal zehn dem Menschen gefährlich werden”, sagte Christine Gstöttner, Vizepräsidentin der Organisation “Shark Project”, zur APA. “Haie sind keine menschenfressenden Bestien, sondern vielmehr die Meerespolizei, die alte, kranke oder überzählige Tiere frisst.” “Der Mensch gehört auch nicht zum Nahrungsspektrum von Haien”, ergänzte Helmut Wellendorf von der Fischsammlung des Naturhistorischen Museums in Wien. Nach einem Probebiss lässt der Hai von seinem Opfer meist rasch wieder ab.

Als oberstes Glied der Nahrungskette im Meer müssen Haie geschützt werden. “Gerade das ist aber sehr schwer, wenn die Menschen davor Angst haben”, erklärte Gstöttner, die sich seit Jahren mit Haien beschäftigt. “Wenn ich die obersten Räuber raushaue, bricht das ganze Nahrungsnetz zusammen”, sagte sie im APA-Gespräch. Gstöttner vergleicht das mit der kürzesten Nahrungskette “Gras-Antilope-Löwe”. “Wenn ich alle Löwen töte, freut sich die Antilope und frisst ihre ganze Nahrungsgrundlage – das Gras – weg. Und das ist dann auch schon das Ende der Geschichte”, sagte Gstöttner.

30 Milliarden Badeereignissen stehen laut der Organisation “Shark Project” zehn tödliche Haiunfälle pro Jahr weltweit gegenüber. Haie greifen Menschen nicht einfach so an, es gibt aber Situationen, die das Risiko erhöhen. Etwa wenn man Futter in das Wasser wirft oder wenn das Tier in Bedrängnis gerät. “Dann gerät es selber in Panik und versucht sich zu verteidigen”, sagte die Hai-Kennerin.

Haie ernähren sich mehrheitlich von Fischen, Krebsen und Schalentieren. So gut wie kein Hai ist in der Lage von irgendwo abzubeißen. “Sie fressen die Beute im Ganzen”, erklärte Gstöttner. Er sucht sich gerne eine kleine Beute, wo er sich nicht auf einen schweren Kampf einlassen muss. Tigerhaie und Weiße Haie ernähren sich auch von Säugetieren wie Robben. Walhaie fressen wiederum nur Plankton.

Der kleinste Hai ist der Laternen Hai (zehn bis 20 Zentimeter), 80 Prozent der “Wasserpolizisten” werden kaum größer als ein bis eineinhalb Meter, größere Tiere wie der Weiße Hai oder der Tigerhai rund fünf bis maximal sechs Meter lang. Der größte ist der Walhai mit einer Länge zwischen zwölf und 20 Meter.

Grundsätzlich schade der Hai-Tourismus den Tieren nicht, sagte die Vizepräsidentin von “Shark Project”. Unter den Anbietern diverser Tauchtouren gäbe es aber richtige “Cowboys”, die unseriös und nicht verantwortungsbewusst genug seien. Der US-amerikanische Bootsbetreiber Jim Abernethy, auf dessen Boot sich der verunglückte Wiener Anwalt befand, zähle zu den verantwortungsvollen, sagte Gstöttner. Er kläre seine Kunden entsprechend auf und vermittle nicht, dass Haie kleine Killerbestien seien.

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