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Europa in den Flutwellen der Flüsse

Europa in den Flutwellen der Flüsse: Immer neue Regionen wurden am Freitag von den Hochwassern erfasst. Elf Tote In Deutschland, 13 in Tschechien.

Elf Tote in Deutschland, 13 Opfer in Tschechien, zum Teil buchstäblich aufgegebene Kulturdenkmäler, hektische Vorsorgemaßnahmen in noch nicht vom Hochwasser betroffenen Städten und Regionen: So stellte sich am Freitag die Situation im Osten und im Norden Deutschlands sowie in Tschechien dar.

Brennpunkt der Katastrophe war am Freitag Sachsen entlang der Elbe. Das katastrophale Hochwasser im Osten Deutschlands übertraf alle Befürchtungen. Die Fluten in Dresden überschritten den historischen Höchststand. Der Pegel lag Freitagmittag bereits über 9,10 Meter. Bis zum Abend wurden sogar 9,60 Meter erwartet. Am Vormittag hatten die Behörden alle Bemühungen aufgeben müssen, die weltberühmte Semperoper sowie den Dresdner Zwinger vor Überflutungen zu bewahren.

In Deutschland waren bis dahin elf Menschen in den Fluten gestorben. Zehn der Opfer hatte es allein in Sachsen gegeben. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte zuvor 100 Millionen Euro Soforthilfe zugesagt. Daneben liefen weitere Hilfsaktionen an. Im Kampf gegen das Hochwasser waren inzwischen mehr als 5.000 Bundeswehr -Soldaten im Einsatz. Zehntausende Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen, einige auch unter Zwang.

Die Flutkatastrophe erfasste immer weitere Landstriche. In Bitterfeld in Sachsen-Anhalt begannen Helfer mit der Evakuierung von Teilen der rund 16.000 Einwohner zählenden Stadt. Ein Notdeich drohte zu Mittag zu brechen.

Auch Magdeburg und andere Städte rüsteten sich mit Hochdruck gegen die nahenden Fluten. In Sachsen wurden Massenevakuierungen für Pirna und Heidenau vorbereitet. Rund 30.000 Menschen wären betroffen. Im Landkreis Riesa-Großenhain wurden sogar Zwangsevakuierungen angeordnet.

In Brandenburg hatte im Kampf gegen das Elbehochwasser ein Wettlauf mit der Zeit begonnen. In das besonders gefährdete Prignitz wurden zusätzlich 1.000 Bundeswehrsoldaten aus Rheinland-Pfalz beordert. Die Stadt Mühlberg war am Vormittag fast vollständig geräumt; 150 Menschen weigerten sich aber noch, ihre Wohnungen zu verlassen. Am Nachmittag brach bei der südbrandenburgischen Stadt ein Deich. Selbst in Niedersachsen machten sich Befürchtungen breit, dass es auch dort stellenweise zu Überschwemmungen kommen könnte.

Beruhigende Meldungen gab es dagegen aus Süddeutschland. In Bayern wurde für Regensburg und den niederbayrischen Landkreis Straubing- Bogen der Katastrophenalarm aufgehoben. Glimpflich dürfte die Slowakei davon kommen. Besorgnis gab es in Ungarn und Jugoslawien.

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